Von der Militärforschung zur Bankautomation

Das Blog der Heinz Nixdorf Museums Forums berichtet in seinem neusten Blogbeitrag „Helmut Gröttrup: Raketen und Halbleiter“ über den ehemaligen Raketenforscher Helmut Göttrup und dessen späteren Karriere in der Bankautomation. Gemeinsam mit Jürgen Dethloff, dessen Geschichte wiederum ein Spiegel Online Artikel zum 50. Geburtstag der Chipkarte stark macht, entwickelte er Vorformen jener Chipkarten, die heute unser Leben ständig begleiten.

Continue reading

Zu Besuch bei Robotron: Exkursion zur Technischen Sammlung Dresden

Dresden war einst die Hauptstadt der DDR-Mikroelektronik. Das Kombinat Robotron, ein ostdeutsches Pendant zu Siemens, hatte in der Stadt seinen Stammsitz. Seine Mitarbeiter entwickelten und produzierten die Basis der Computerisierung Ostdeutschlands. Ein Gruppe unseres Forschungsprojektes besuchte diesen Samstag die Technische Sammlung Dresden, wo zahlreiche Exponate aus der Zeit Robotrons ausgestellt werden.

Continue reading

Sammelband des Computerisierungsprojekts am ZZF erscheint zum Historikertag

Wau Holland hackt in einer Telefonzelle; Datenverarbeiter in der Sparkasse Ludwigsburg

Von deutschen Hackern bis zur Datenverarbeitung in Unternehmen reicht das Themenspektrum des neuen Sammelbandes. 

Die ausgearbeiteten Beiträge der Abschlusstagung des SAW Projekts „Aufbrüche in die digitale Gesellschaft. Computerisierung und soziale Ordnungen in der Bundesrepublik und DDR“, (30. und 31. März 2017, Potsdam), werden nun pünktlich zum nächsten Historikertag erscheinen. Die Beiträge befassen sich mit den Veränderungen durch die Etablierung der Computer, die seit den 1950er-Jahren zu massiven gesellschaftlichen Umwälzungen führten, jedoch in der Zeitgeschichtsforschung wenig beachtet wurden. Die Geschichte der Sicherheitspolitik, des Wohlfahrtsstaats und des Kreditwesens, der sich wandelnden Arbeitswelt, der Organisationstrukturen sowie die Geschichte der Subkulturen werden durch die Einbeziehung der Computertechnologie neu analysiert. Die technischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse verliefen dabei selten gradlinig, wie die Beiträge, die sich vornehmlich mit der Bundesrepublik befassen, verdeutlichen.

Frank Bösch (Hg.): Wege in die digitale Gesellschaft. Computernutzung in der Bundesrepublik 1955-1990.
Ca. 320 Seite und ca. 12 Abb., geb., Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8353-3290-4

https://www.wallstein-verlag.de/9783835332904-wege-in-die-digitale-gesellschaft.html

„Manhattan“ der DDR-Rechentechnik – eine Exkursion in das Rechenwerk Halle

Nur wenigen ist dieses Kleinod unter den Computermuseen bekannt, das „Rechenwerk“ in Halle (Saale). In einer kleinen Industriehalle im östlichen Gewerbegebiet haben eine Handvoll Enthusiasten eine Sammlung von DDR-Rechentechnik aufgebaut, die ihresgleichen sucht. Von frühen Buchungsmaschinen aus der Zeit der Weimarer Republik über Heimcomputer in Hobbyproduktion bis hin zu Industrieroboterarmen von Robotron oder dem angeblich zweitschnellsten Großrechner der DDR beeindruckt die Sammlung allein schon durch ihre schiere Masse. Das Tollste dabei: Fast alle Artefakte lassen sich einschalten. Gemeinsam mit der GI-Fachgruppe „Informatik- und Computergeschichte“ unternahmen wir Anfang März eine Exkursion in die ambivalente Computergeschichte der ehemaligen DDR (von Martin Schmitt)

Continue reading

Arbeiter vor Computerbildschirm

Einladung: Computernutzung in der DDR – Das Potsdamer Rechenzentrum und die Digitalisierung in Ostdeutschland

22.02.2018, 18-20 Uhr  |  Kosmos, EG Rechenzentrum Potsdam  |  Dortustr. 46, Potsdam

Auch in der DDR gewann bereits seit Ende der 1950er Jahre die Nutzung von Computern rasant an Bedeutung. Vor allem Rechenzentren übernahmen dabei, wie auch in Potsdam, seit den 1960er Jahren die digitale Datenverarbeitung. Welche Aufgaben hatten die Großrechner hier? Welche Folgen hatte ihr Einsatz im Sozialismus? Und warum gelang es der DDR, mit die fortschrittlichste Computertechnologie im Sozialismus zu errichten, aber nicht, an die Computertechnik im Westen anzuschließen?

Experten für Computergeschichte vom Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) diskutieren diese Fragen mit Zeitzeugen, die im Potsdamer Rechenzentrum einst gearbeitet haben. Damit wird die Geschichte eines Gebäudes erkundet, dessen möglicher Abriss derzeit öffentlich heiß diskutiert wird.

Wir laden Sie herzlich ein, zu kommen und mitzudiskutieren. Im Foyer des Rechenzentrums werden zudem einige Exponate von Kleinrechnern aus den 1980er-Jahren gezeigt, die im Rechenzentrum zum Einsatz kamen.

Programm & Einladung: „Computernutzung in der DDR: Das Potsdamer Rechenzentrum und die Digitalisierung in Ostdeutschland“

Twitter: #rzpotsdam

Facebook: https://www.facebook.com/events/1820207508278763/

Text: Martin Schmitt, Frank Bösch

Titelbild: Adam Sevens

Digitalgeschichte ausstellen und vermitteln

Wie lässt sich Computertechnologie im Museum präsentieren, wenn einer ihrer essenziellen Bestandteile die Software ist, also die In-Betrieb-Name des Rechners durch den Nutzer? Um dieser Frage nachzugehen, kam die Fachgruppe Computergeschichte der Gesellschaft für Informatik diesen Samstag, 20. Januar 2018, im Oldenburger Computermuseum zu ihrer vierten Sitzung zusammen und widmete sich dem Thema der (Aus-) Stellung des Computers. Diskutiert wurde vor allem an Hand der hands-on Ausstellung des dortigen Computermuseums, das Minicomputer in Betrieb zeigt. [direkt zum Programm]

Continue reading

CfP „Technik“ – Themenheft der Zeitschrift „Body Politics. Zeitschrift für Körpergeschichte“

Die Zeitschrift „Body Politics“ plant für 2018 ein Sonderheft zu Technik und deren Verhältnis zu Körperlichkeit zu untersuchen. Explizit angesprochen wird dabei die Digitalgeschichte in Hinblick auf die Computerisierung der Arbeitswelt. Hier fordern die Autoren zu Recht, ein Verlustnarrativ zu überwinden und neue Perspektiven zu erforschen. Abstracts können bis zum 15. Februar bei der Redaktion eingereicht werden.

Continue reading

Computer im Stall

In den späten 1960er-Jahren entwickelte sich der Computer zum Inbegriff der Modernität. Nachdem die Vorreiter wie die deutschen Banken und Sparkassen oder die Rentenversicherungen schon seit fast einem Jahrzehnt Computertechnologie nutzten, hielt er nun auch in immer breiteren Kreisen Einzug. Von den staatlichen Verwaltungen bis hin zur Landwirtschaft reichte sein Einsatz, wie ein interessanter Quellenfund aus dem Bundesarchiv veranschaulicht. In einer Sendung der UFA-Wochenschau präsentierte ein Sprecher vor schmissiger Musik, was die Landwirtschaft alles für ihre Modernisierung tue. Dabei finden sich Aufnahmen aus dem ersten Rechenzentrum Deutschen Zentrum für Tierzucht, in dem ein Computer die beste Paarung für die Rinderzucht berechnete. Dabei ist auffällig, in welche Linie der Computer hier gestellt wird. Rationalisierung und Industriemoderne waren Zauberworte des Computereinsatzes, dazu kam noch ein bisschen Dezentralisierung – und schon sahen die deutschen Bauern in der öffentlichen Meinung nicht mehr ganz so rückständig aus.

ufa-dabei-6471968

Computerberechnete Paarung in der Tierzucht, 1968

 

 

Text: Martin Schmitt
Quelle: BArch UFA-Dabei 647/1968, Filmarchiv des Bundesarchivs. Technische Daten: 35 mm, s/w. URL: https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/584837. Zuletzt abgerufen: 5.12.2016

Dank: Veronika Settele

Martin Schmitt vor seinem Poster

Martin Schmitt gewinnt zweiten Preis des Doktorandenforums auf dem Historikertag

Beim Posterwettbewerb des Doktorandenforums auf dem 51. Deutschen Historikertag belegte unser Projektmitarbeiter und ZZF-Nachwuchswissenschaftler Martin Schmitt den 2. Platz. Rund 50 Promotionsprojekte wurden im Rahmen des Doktorandenforums ausgestellt.

Martin Schmitt bekommt den 2. Preis des Doktorandenforums auf dem 51. Deutschen Historikertag überreicht.

Martin Schmitt bekommt den 2. Preis des Doktorandenforums auf dem 51. Deutschen Historikertag überreicht. Foto: Frank Bösch

Prämiert wurden das Poster und die Präsentation von Martin Schmitt, der am ZZF Potsdam zum Thema „Die Digitalisierung der Kreditwirtschaft. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie in den Sparkassen der BRD und der DDR“ promoviert. Die Jury hob lobend hervor, dass es Martin Schmitt mit seinem Poster gelungen sei, ein komplexes Thema wie die Digitalisierung der Kreditwirtschaft auf einfache und anschauliche Art auszudrücken. Das Poster verdeutliche dabei die Träume wie Paradoxien einer bargeldlosen Gesellschaft sowohl in der BRD als auch in der DDR, die kurz vor ihrem Ende innerhalb von 15 Jahren das Bargeld vollständig abschaffen wollten.

Continue reading

Doktorandenstellen im Bereich Digital History ausgeschrieben

Dem Technikhistoriker Andreas Fickers ist es zuletzt gelungen, an der Universität Luxemburg ein großes Drittmittelprojekt zur Digital History einzuwerben. Dem folgte nun die Ausschreibung von insgesamt 13 Doktorandenstellen. Bei den ausgeschriebenen Stellen lassen sich sicherlich auch digitalhistorische Themen unterbringen, sodass dies eine spannende Möglichkeit sein kann, ein eigenes Promotionsprojekt auf die Beine zu stellen.  Die Deadline ist der 1. September 2016.

Continue reading