KC85/3 an Bord der MS Wissenschaft

Die Geschichte der künstlichen Intelligenz in der DDR: Forschungsprojekt an Bord der MS Wissenschaft

Künstliche Intelligenz hat Geschichte. Ein Strang dieser Geschichte reicht zurück in die ehemalige DDR. Am Beispiel eines interaktiven DDR-Mikrocomputer KC85/3 mit Schachprogramm zeigen Stefan Höltgen (HU Berlin) und Martin Schmitt (ZZF Potsdam) an Bord des Ausstellungsschiffs „MS Wissenschaft“, wie das gegenwärtige Hype-Thema künstliche Intelligenz historisch eingeordnet werden kann. Das Binnenschiff MS Wissenschaft reist in den kommenden Monaten durch Deutschland: Ein Besuch lohnt sich!

Schach dem König: Besucherinnen am KC85/3
Besucherinnen spielen am KC85/3 Schach gegen eine künstliche Intelligenz, Foto: Martin Schmitt

Ein Auszug aus der Pressemitteilung des ZZF Potsdams:

„An die fünf Kilogramm Gewicht und die Maße 38x27x7 cm (Breite, Höhe, Länge) bringt der historische Computer KC85 aus der DDR der 80er Jahre mit. Mit diesem Exponat und dem Projekt „Schach dem König? Künstliche Intelligenz als historischer Alltag“ beteiligt sich das ZZF Potsdam an der diesjährigen Ausstellung zum Leitthema „Künstlichen Intelligenz“ der MS Wissenschaft. Das umgebaute Binnenfrachtschiff geht vom 16. Mai (Tourstart: Berlin) bis 3. Oktober in 27 deutschen Städten vor Anker.

[…]

Das Mitmach-Exponat […] wurde von der ZZF-Projektgruppe in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Höltgen vom Fachgebiet Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt. Martin Schmitt promoviert zur Geschichte der Computersierung. Er erklärt: „An kaum einem Gegenstand entzündeten sich die gesellschaftlichen Kontroversen über KI offensichtlicher als am Schach. Wenn der Computer Schach spielt, kann die Maschine denken. So lautete damals die Gleichung.“ Dabei reicht die Debatte weit zurück. Schon in den 1950er-Jahren verfassten sowjetische und amerikanische Informatiker wegweisende Arbeiten über die Möglichkeiten der Schachprogrammierung. „Anfangs stieß der Computer aber an seine Grenzen“, gibt Martin Schmitt zu. „Der Mensch schlug ihn locker. Erst Ende der 1970er-Jahre wurde er zu einem ernsthaften Gegner.“

Die Ausstellung auf der MS Wissenschaft ist zentraler Bestandteil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Wissenschaft im Dialog (WiD) ausgerufenen Wissenschaftsjahr 2019 – Künstliche Intelligenz. Sie richtet sich insbesondere an Schulen, Jugendliche und Familien. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist täglich von 10–19 Uhr geöffnet.“ (Stefanie Eisenhuth)

Das gesamte Programm des Ausstellungsschiffs und seine Route können abgerufen werden unter: www.ms-wissenschaft.de Derzeit liegt das Schiff in Magdeburg, die nächsten Anlegestellen werden Braunschweig, Minden, Bremen und Oldenburg sein. Jetzt ist auch offiziell, dass das Schiff bis nach Österreich reist, bis nach Linz, der Heimat der Ars Electronica. Martin Schmitt und Dr. Stefan Höltgen kooperierten für die Exponatserstellung im Rahmen der Fachgruppe für Computergeschichte des Gesellschaft für Informatik.

Projektmitarbeiter Martin Schmitt erläutert dem Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft Matthias Kleiner die Geschichte der künstlichen Intelligenz in der DDR.
Projektmitarbeiter Martin Schmitt erläutert dem Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft Matthias Kleiner die Geschichte der künstlichen Intelligenz in der DDR. Foto: Leibniz-Gemeinschaft

Text: Martin Schmitt, Stefanie Eisenhuth ZZF Potsdam
Fotos: Martin Schmitt, Stefanie Eisenhuth, Leibniz-Gemeinschaft

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