Literaturhinweise – .computerisierung https://www.computerisierung.com Wed, 10 Mar 2021 17:23:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Neu erschienen: „Avantgarde der Computernutzung“ https://www.computerisierung.com/?p=1265 https://www.computerisierung.com/?p=1265#respond Wed, 10 Mar 2021 17:23:27 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=1265 Cover des Buchs "Avantgarde der Computernutzung"

Hackerkulturen der Bundesrepublik und der DDR. Vor wenigen Tagen erschien die Publikation unserer Projektmitarbeiterin Julia Erdogan. Seit den späten 1970er-Jahren entwickelten sich Hacker und Haecksen zu eigensinnigen Computer-Nutzer*innen mit einschlägigem Wissen. Sie eigneten sich das Medium spielerisch an, schufen Kontakträume und brachten sich aktiv in den Prozess der Computerisierung ein. Julia Erdogan skizziert in ihrem neuen Buch, wie die teils subversiven Praktiken Machtgefüge in beiden deutschen Staaten herausforderten.

Aus dem Klappentext:

Die schillernden Vorreiter des Informationszeitalters: Hacker im Spiegel der deutsch-deutschen Zeit- und Technikgeschichte.

Hacker und Haecksen zählen zur Avantgarde der Computerisierung. Seit den späten 1970er-Jahren bildeten sie sich in der Bundesrepublik und in der DDR zu eigensinnigen ComputernutzerInnen mit einschlägigem Wissen heraus. Sie eigneten sich das Medium spielerisch an, schufen Kontakträume und brachten sich so aktiv in den Prozess der Computerisierung ein. Durch ihre Grenzüberschreitungen zeigten sie dabei Chancen und Risiken der Digitalisierung auf.
Julia Gül Erdogan geht der Entstehung der Hackerkulturen in Ost- und Westdeutschland nach. Sie analysiert, wie deren teils subversive Praktiken Machtgefüge in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herausforderten. Zugleich verdeutlicht die Arbeit Gemeinsamkeiten und Unterschiede der frühen sub- und gegenkulturellen Computernutzung in den beiden deutschen Teilstaaten.

Das Promotionsprojekt entstand am ZZF in der Forschungsgruppe »Aufbrüche in die digitale Gesellschaft. Computerisierung und soziale Ordnungen in der Bundesrepublik und der DDR«. Die Buchveröffentlichung ist zugleich die Promotionsschrift Julia Erdogans. Wir gratulieren herzlich zur Publikation!

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Neu erschienen: „Wie der Sozialstaat digital wurde“ https://www.computerisierung.com/?p=1255 https://www.computerisierung.com/?p=1255#respond Thu, 01 Oct 2020 06:20:00 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=1255 Cover:  Wie der Sozialstaat digital wurdeAls erste Projektpublikation aus dem ZZF-Projekt „Wege in die digitale Gesellschaft“ ist Anfang des Monats Thomas Kaspers Dissertation „Wie der Sozialstaat digital wurde“ im Wallstein-Verlag erschienen. Thomas Kasper, geb. 1986, war von 2014-2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dokorand am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Dort untersuchte er die Computerisierung der Rentenversicherung im geteilten Deutschland.

Seine Dissertation erschien in der Reihe „Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert“, herausgegeben von Prof. Frank Bösch und Dr. Christoph Klassen. Aus dem Klappentext:

In beiden deutschen Teilstaaten gehörten die Rentenversicherungen zu den ersten Nutzern von Computern. Bereits seit Mitte der 1950er Jahre berechneten diese die Altersruhegelder im Westen, zehn Jahre später auch in der DDR. Die digitale Datenverarbeitung versprach große Rationalisierungs- und Beschleunigungseffekte. Gleichwohl führten die verschiedenen Staats- und Versicherungsformen zu einer unterschiedlichen Nutzung von Computern.
Die Studie von Thomas Kasper zeigt, unter welchen Bedingungen sich die elektronische Datenverarbeitung in der Sozialverwaltung durchsetzen konnte. Sie verdeutlicht, welchen bisher unbekannten Einfluss sie auf sozialpolitische Entscheidungen sowie auf die Arbeitsverhältnisse und den Datenschutz in beiden deutschen Teilstaaten hatte. Nach der Wiedervereinigung ließ nur die gemeinsame Nutzung der vorhandenen digitalen Strukturen die Zusammenführung beider Sozialsysteme gelingen.

Zur Verlagswebseite des Buches: https://www.wallstein-verlag.de/9783835336513-wie-der-sozialstaat-digital-wurde.html

Text: Martin Schmitt

Bild: Wallstein-Verlag

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Sammelband des Computerisierungsprojekts am ZZF erscheint zum Historikertag https://www.computerisierung.com/?p=899 https://www.computerisierung.com/?p=899#respond Tue, 10 Jul 2018 08:44:25 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=899 Wau Holland hackt in einer Telefonzelle; Datenverarbeiter in der Sparkasse Ludwigsburg

Von deutschen Hackern bis zur Datenverarbeitung in Unternehmen reicht das Themenspektrum des neuen Sammelbandes. 

Die ausgearbeiteten Beiträge der Abschlusstagung des SAW Projekts „Aufbrüche in die digitale Gesellschaft. Computerisierung und soziale Ordnungen in der Bundesrepublik und DDR“, (30. und 31. März 2017, Potsdam), werden nun pünktlich zum nächsten Historikertag erscheinen. Die Beiträge befassen sich mit den Veränderungen durch die Etablierung der Computer, die seit den 1950er-Jahren zu massiven gesellschaftlichen Umwälzungen führten, jedoch in der Zeitgeschichtsforschung wenig beachtet wurden. Die Geschichte der Sicherheitspolitik, des Wohlfahrtsstaats und des Kreditwesens, der sich wandelnden Arbeitswelt, der Organisationstrukturen sowie die Geschichte der Subkulturen werden durch die Einbeziehung der Computertechnologie neu analysiert. Die technischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse verliefen dabei selten gradlinig, wie die Beiträge, die sich vornehmlich mit der Bundesrepublik befassen, verdeutlichen.

Frank Bösch (Hg.): Wege in die digitale Gesellschaft. Computernutzung in der Bundesrepublik 1955-1990.
Ca. 320 Seite und ca. 12 Abb., geb., Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8353-3290-4

https://www.wallstein-verlag.de/9783835332904-wege-in-die-digitale-gesellschaft.html

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Aufsatz zu jugendlichen Computernutzern in den 1980er-Jahren erschienen https://www.computerisierung.com/?p=897 https://www.computerisierung.com/?p=897#respond Tue, 10 Jul 2018 08:27:23 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=897 Der Sammelband zum Workshop „Let’s historize it! Jugendmedien im 19. Und 20. Jahrhundert“, der im September 2016 vom Lehrstuhl für Kultur- und Mediengeschichte in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte in Saarbrücken ausgerichtet wurde, ist nun erschienen. Neun Fallbeispiele zeigen hierin unter anderem für das 20. Jahrhundert auf, was unter Jugendmedien zu verstehen ist, welche Funktion diese hatten und wie anhand jugendliche Mediennutzer gesellschaftliche Gefüge verhandelt wurden.
Julia Erdogan hatte beim Workshop in Saarbrücken zu der Aneignung der Heimcomputer durch jugendliche Nutzer vorgetragen. Daraus ist der Aufsatz „Computerkids, Freaks, Hacker: Deutsche Hackerkulturen in internationaler Perspektive“ entstanden. Der Beitrag verfolgt dabei wie sich Jugendliche in der Bundesrepublik und in der DDR in den 1980er-Jahren im Spannungsfeld von Rationalisierungsdiskursen, Massenkonsum und gesellschaftlicher Transformationsprozesse der Computertechnologie für eigensinnige Praktiken bedienten. Vergleiche über die beiden Teilstaaten hinausgehend verdeutlichen ferner das internationale Phänomen der Hacker und die verschiedenen Handlungsspielräume, wie auch Gemeinsamkeiten, dieser Computersubkulturen.

Clemens Zimmermann / Aline Maldener (Hg.): Let’s historize it! Jugendmedien im 20. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht, Wien, Köln, Weimar 2018. Softcover, 329 Seiten. ISBN 978-3-412-50893-7, 35,00€.

Leseproben unter https://www.vr-elibrary.de/isbn/9783412508937

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Mit offenen Karten: Computerisierung auf ARTE https://www.computerisierung.com/?p=889 https://www.computerisierung.com/?p=889#respond Thu, 19 Apr 2018 11:59:40 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=889 99% des Internetverkehrs werden heutzutage über Unterseekabel abgewickelt. Diese Kabel haben nicht nur eine lange Vorgeschichte, die bis in die Zeit des Kalten Krieges zurückreicht. Sie haben mit der Zeit auch eine strategische Bedeutung gewonnen. Auf ARTE lief in der Sendung „Mit offenen Karten“ am 14. April 2018 eine sehenswerte Doku über die Infrastruktur des Internet. Die Autoren empfehlen am Ende das Buch unseres Projektmitarbeiters Martin Schmitt, „Internet im Kalten Krieg“. In seinem Buch verweist er auf die in der Dokumentation dargestellten langen Linien bis in die Gegenwart. Wir freuen uns sehr über die freundliche Empfehlung. Auch Nicole Starosielskis Buch „The Undersea Network“ hätte die Empfehlung verdient, eine weitere Leseempfehlung für am Thema Interessierte. Die Sendung ist noch bis zum 14. Juni in der ARTE Mediathek abrufbar.

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Zwei aktuelle Rezensionen zur Geschichte der Informationsgesellschaft erschienen https://www.computerisierung.com/?p=541 https://www.computerisierung.com/?p=541#respond Mon, 29 Feb 2016 10:39:28 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=541 Vergangene Woche erschienen zwei neue Rezensionen unserer Projektmitarbeiter zur Geschichte der Informationsgesellschaft. Julia Erdogan las den Sammelband über Ada Lovelace der aufzeigt wann, wo und wie Frauen in der Geschichte der Computer mitgewirkt haben und unsichtbar gemacht wurden. Martin Schmitt ist positiv überrascht von Ronald R. Klines „Cybernetic Moment“, mit er die bisher umfassendste und detaillierteste Darstellung der Geschichte der Kybernetik vorlegt und darin der Frage nachgeht, wie unsere Zeit zum „Informationszeitalter“ wurde.

Cover S. Krämer (Hrsg.): Ada Lovelace

Krämer, Sybille (Hrsg.): Ada Lovelace. Die Pionierin der Computertechnik und ihre Nachfolgerinnen, Paderborn 2015. ISBN: 978-3-7705-5986-2; 221 S., 13 Grafiken, 10 SW-Abb.
von Julia Erdogan, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, <Julia.Erdogan@rub.de>(Rezension redaktionell betreut von Jan-Holger Kirsch)

Sie ist die angeblich erste „Programmiererin“ der Geschichte: Ada Lovelace, eigentlich Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace. Sie wurde 1815 geboren und starb bereits mit 36 Jahren an Krebs. Der Sammelband nimmt Lovelace als Ausgangspunkt einer Untersuchung über Frauen in der Computernutzung, -anwendung und -entwicklung. Hervorgegangen ist der Band aus der Sonderausstellung „Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte“ des Heinz Nixdorf MuseumsForums (September 2015 – Juli 2016), die mit Lovelaces 200. Geburtstag zusammenfällt.[1] Gegliedert ist das Buch in drei Teile: Der erste Teil widmet sich der Protagonistin selbst. Der zweite Teil befasst sich mit Frauen und Computertechnologie im 20. Jahrhundert, und im letzten Teil berichten Frauen von Erfahrungen und aktuellen Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung.  [weiterlesen]

 

 

Cover R. Kline: The Cybernetics Moment

Kline, Ronald R.: The Cybernetics Moment. Or Why We Call Our Age the Information Age, Baltimore 2015. ISBN: 978-1-4214-1671-7; XI, 336 S., 10 Abb.
von Martin Schmitt, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, <schmitt@zzf-pdm.de>(Rezension redaktionell betreut von Jan-Holger Kirsch)

Der große Traum der kybernetischen Theoretiker lag darin, die Grenzen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften einzureißen und eine universelle Inter-Disziplin zu erschaffen. Ihr außergewöhnlicher Erfolg liegt in ihrer anhaltenden, wenn auch indirekten Prägekraft bis heute. Kognitionswissenschaftler, Molekularbiologen und andere Wissenschaftler konzipieren ihre Forschungsgegenstände in Form von Strömen, Rückkoppelungen und Informationsverarbeitung. Die der Kybernetik entlehnte Informationstheorie ist in der Technologie verbaut, die wir jeden Tag verwenden, von Festplatten über Smartphones bis hin zum Internet als der Infrastruktur des so genannten Informationszeitalters. Der US-amerikanische Wissenschafts- und Technikhistoriker Ronald Kline analysiert in seinem Buch die Ursprünge der Kybernetik; er fragt, wie ihre Protagonisten dem Narrativ zu einem so gewaltigen Aufschwung verhalfen, dass wir unsere Epoche heute ganz selbstverständlich als Informationszeitalter bezeichnen. Den Schwerpunkt seiner Erzählung legt er allerdings auf die weniger geraden Stränge eines kybernetischen Diskurses, der nach einer Hochphase in den 1950er-Jahren ausfaserte und verblasste, während seine Prinzipien weiterlebten.  [weiterlesen…]

 

Text: Martin Schmitt, Julia Erdogan

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Die Verdatung der Welt https://www.computerisierung.com/?p=296 https://www.computerisierung.com/?p=296#respond Sun, 10 May 2015 14:27:09 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=296 Forschung macht man nicht alleine. Vor allem nicht in einem so umfassenden Feld wie dem der Geschichte der Computerisierung. Das ist auch gut so, denn unser Projekt mit fünf Mann/Frau könnte die Fülle der Themen überhaupt nicht bearbeiten. Darum freuen wir uns immer wieder zu merken, wie viele spannende Projekte im Moment im Umfeld der Zeitgeschichte der Informationsgesellschaft entstehen. Und auch auf großen medialen Konferenzen wie der re:publica 2015 spielt die Geschichte der Computerisierung eine zentrale Rolle, enorm häufig wurde dort in den Beiträgen computerhistorisch argumentiert oder war die Geschichte des Digitalen Zeitalters selbst Gegenstand.

 

Aus diesem Grund soll in unserem Projektblog unter der Kategorie „Literaturhinweis“ auch immer wieder auf spannende Projekte und Publikationen verwiesen werden, die an anderen Instituten und Universitäten entstehen. Ein Anfang macht die Dissertation von Julia Fleischhack, „Eine Welt im Datenrausch: Computeranlagen und Datenmengen als gesellschaftliche Herausforderung in der Bundesrepublik Deutschland, 1965-1975“, die 2012 an der Universität Zürich abgeschlossen wurde und die Ende Juni 2015 erscheinen soll. Hier ein Auszug aus der Projektbeschreibung. In ihrer Dissertation verfolgte Frau Fleischhack

„… in erster Linie die Frage, wie der gesellschaftliche Umgang mit Daten zu einem zentralen Konfliktfeld des späten 20. Jahrhunderts wurde. Im Fokus stand mit den 1960er und 1970er Jahren die Frühphase der ›Computerisierung‹ in der Bundesrepublik Deutschland: Untersucht wurden u.a. neben der Entstehung(sgeschichte) der ersten Rechenzentren und den großangelegten Vernetzungsplänen und -visionen zum Datenaustausch in der öffentlichen Verwaltung auch die Ausweitung des Datenhandels und speziell der Datenerfassung von Personen im kommerziellen Bereich.“ (UZH, zuletzt abgerufen am 10.05.2015)

Autor: Martin Schmitt

Bildrechte: Charis Tsevis, under CC 2.0 

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