Digitale Kunst – .computerisierung https://www.computerisierung.com Sat, 17 Oct 2020 13:42:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 „Politische und kulturelle Einflüsse auf die Geschichte der Digitalisierung im Ostblock“ – ein Interview mit Dr. Martin Schmitt auf der B3 Biennale 2020 https://www.computerisierung.com/?p=1248 https://www.computerisierung.com/?p=1248#respond Sat, 17 Oct 2020 13:41:46 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=1248 Computerspiele verbreiteten sich in den 1980er-Jahren auch im Ostblock rasant. Sie wurden zu einem Medium der Selbstverwirklichung und Freiheit in den strikten sozialistischen Regimen. Was aber war der breitere historische Kontext dieser Entwicklung? Dr. Martin Schmitt geht in seinem Interview auf der B3 Biennale des Bewegten Bildes in Frankfurt den politischen und kulturellen Einflüssen nach, die auf die Computerspielentwicklung und die breitere Digitalgeschichte des Ostblocks wirkten. Das Interview war Teil einer Reihe von Interviews zu Computerspielen hinter dem Eisernen Vorhang.

Die B3 Biennale versteht sich als „genre- und länderübergreifenden Diskurs über Trends und Entwicklungen des bewegten Bildes in den Themenfeldern Film, Kunst, Games und XR/VR. Nationale und internationale Künstler und Medienschaffende melden sich zur Zukunft des Geschichtenerzählens im digitalen Zeitalter zu Wort“, wie es in der Selbstbeschreibung heißt. Seit 2013 findet sie statt, dieses Jahr zum ersten Mal online und kostenlos.

In einer gemeinsamen Talkreihe analysierten im Rahmen der B3 Biennale HistorikerInnen, JournalistInnen und Medienschaffende die Hintergründe von Computerspielen hinter dem Eisernen Vorhang:

„30 Jahre nach der Wiedervereinigung schaut eine Talk-Reihe zurück, wie im Ostblock der achtziger Jahre hinter dem eisernen Vorhang gespielt wird und wie Spiele entwickelt wurden. Sie befragt Volker Strübing, der mit einem Dokumentarfilm über die Heimcomputer-Szene in der DDR seine Jugend aufarbeitet, Jaroslav Švelch, dessen Buch „Gaming the Iron Curtain“ über die achtziger Jahre in der Tschechoslowakei berichtet, Szilárd Matusik, der einen Film über die Entwicklung von Computerspielen im Verborgenen im kommunistischen Ungarn für den internationalen Markt veröffentlicht, und die Technik-Journalistin Andrada Fiscutean über Heimcomputer und Spiele in Rumänien. Am Ende fasst Martin Schmitt, der als Wissenschaftler seit Jahren zur Computisierung in der BRD und der DDR forscht, die Unterschiede zwischen West und Ost noch einmal zusammen.“

Die Beiträge können auf YouTube oder Vimeo nachgesehen werden:

B3 Biennale 2020 Live // Games: Gaming the Iron Curtain. Conversation with Jaroslav Svelch
B3 Biennale 2020 Live. Games: Homecomputer in the GDR. Conversation with Volker Strübing
B3 Biennale 2020 Live // Games. Clone Computer in Romania. Conversation with Andrada Fiscutean
B3 Biennale 2020 Live // Games. The underground gaming scene in Hungary. With Szilárd Matusik
B3 Biennale 2020 Live // Games. Political and cultural influence of the Eastern Block computing. With Dr. Martin Schmitt
Bild: B3 Biennale des Bewegten Bilds; YouTube
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Identität im Digitalen Zeitalter – Ausstellungsbesprechung „Nervöse Systeme – Quantifiziertes Leben und die soziale Frage“ https://www.computerisierung.com/?p=555 https://www.computerisierung.com/?p=555#respond Fri, 15 Apr 2016 08:09:15 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=555 „[E]ine Atmosphäre wachsender Reizbarkeit und Ungeduld, die häufige Überreaktion auf geringfügige Herausforderungen und das zunehmende Gefühl des Verlierens der Zeit“[1] – so charakterisiert Joachim Radkau das Zeitalter der Nervosität in seinem Buch über die technische Veränderung der Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine Ausstellung in Berlin fragt nun, ob wir in Zeiten von Big Data, informationstechnologischer Abhängigkeit und wohlwollender Vollüberwachung unseres Lebens wieder am Rande eines Nervenzusammenbruches stehen. Von Martin Schmitt

Zum Artikel bei Zeitgeschichte-Online.

 

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AESTHETICA – 50 Jahre computergenerierte Kunst https://www.computerisierung.com/?p=313 https://www.computerisierung.com/?p=313#respond Wed, 03 Jun 2015 13:05:55 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=313 „Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen.“ So lautet der sechste Punkt der Hacker-Ethik, die der Journalist Steven Levy 1984 in seinem Buch über „Hacker“ als deren Wertekodex ausmachte. Die Computerkunst war allerdings nicht rein den Hackern überlassen. Schon früh interessierten sich weltweit Künstler und Kulturschaffende für die neuen, faszinierenden Möglichkeiten, welche die neue Technologie bot. Die Kuratoren der Ausstellung AESTHETICA in der Berliner DAM Gallery, die vergangenen Freitag eröffnet wurde, widmen sich ihren prononciertesten Vertretern wie Vera Molnar und Manfred Mohr. Molnar und Mohr bildeten mit ihren frühen Plotterzeichnungen die Speerspitze einer Digitalen Kunstavantgarde, die weit über den Eisernen Vorhang reichte. So schuf in der DDR beispielsweise Horst Bartnig bereits 1979 zeichnende Algorithmen mit der Idee, die Zufälligkeit aus dem Zeichenprozess auszuschließen. Dazu arbeitete er mit Mathematikern und Programmierern des Zentralinstituts für Informatik und Rechentechnik in Berlin-Adlershof zusammen.
Ausgewählte Werke dieser bis heute bedeutende Computerkunst-Avantgarde sind noch bis zum 1. August in der DAM Gallery, Neue Jakobstr. 6, zu sehen.

 

AESTHETICA
50 JAHRE COMPUTERGENERIERTE KUNST

DAM GALLERY, Berlin

Neue Jakobstr. 6
2., linker Hinterhof
10179 Berlin

Tel: +49 (0)30 28 09 81 35
E-Mail: office(at)dam.org

Di – Fr  12 – 18 Uhr
Sa  12 – 16 Uhr

Ausstellung: 30. Mai – 1. August 2015

Künstler:

Horst Bartnig, D⎜Peter Beyls, B⎜Vuk Cosic, SLO⎜Hans Dehlinger, D⎜Manuel Felguerez, MEX⎜Patrick Lichty, US⎜Tony Longson, GB⎜Rafael Lozano-Hemmer, MEX-CDN⎜Manfred Mohr, D ⎜Vera Molnar, F⎜Frieder Nake, D⎜Georg Nees, D⎜Casey Reas, US⎜Brian Reffin Smith, GB⎜Antoine Schmitt, F⎜Sommerer & Mignonneau, A-F⎜Kerry Strand, US⎜Roman Verostko, US⎜Roger Vilder, F-CDN⎜Mark Wilson, US

 

Autor: Martin Schmitt

Bild: Frieder Nake, 7.4.65 Nr. 1+6, Plotterzeichnung, Tinte auf Papier, 1965, Quelle DAM Gallery

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