Medien – .computerisierung https://www.computerisierung.com Fri, 18 Jan 2019 13:16:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Ein Menschenrecht auf Kommunikation und Zugang zu Informationen https://www.computerisierung.com/?p=1045 https://www.computerisierung.com/?p=1045#respond Tue, 11 Dec 2018 14:18:15 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=1045 Menschenrechte bildeten sich auch durch technologische Entwicklungen heraus, die einen starken Einfluss auf den grenzübergreifenden Austausch von Informationen, die Meinungsfreiheit und Schutz der Privatssphäre nahmen.

Noch bevor die Computertechnologie zentrales Moment der Aushandlungsprozesse von Informationsfreiheit und weltweiter Kommunikationsmöglichkeiten wurde, verankerten die UN-Mitgliedstaaten die Informationsfreiheit in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948. Unter Artikel 19 heißt es hier:

„Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“

Michael Homberg hat nach seinem einschlägigen Aufsatz Mensch | Mikrochip. Die Globalisierung der Arbeitswelten in der Computerindustrie 1960 bis 2000[1], in dem er die Bedeutung einer globalen Perspektive für die historischen Forschung der Computerisiernung betont, nun einen weiteren Beitrag zu der Verbindung von Technologien und globaler Gerechtigkeit geliefert. Hierin erklärt der Historiker, wie die Frage nach einem Menschenrecht auf Zugang zu Informationen und freier Kommunikation durch die zunehmende Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien und den Nord-Süd-Konflikt auf internationaler Ebene Auftrieb gewann. Der Beitrag entstand im Rahmen eines Schwerpunkts zu Menschenrechten und Humanitarismus, anlässlich des 70. Jahrestages der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die UN am 10. Dezember 1948. Technologie, die verbindet? ist kostenlos bei Zeitgeschichte-Online abrufbar.

Bild: Eleanor Roosevelt and United Nations Universal Declaration of Human Rights in Spanish text, 1. November 1949. Quelle: Wikimedia Commons (Public Domain Lizenz)



[1] Homberg, Michael: „Mensch | Mikrochip. Die Globalisierung der Arbeitswelten in der Computerindustrie 1960 bis 2000 – Fragen, Perspektiven, Thesen“, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 2/66 (2018), S. 267–293.

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Feature: „Neuland: Die Entwicklung des 1-Megabit-Chips in der DDR“ https://www.computerisierung.com/?p=1023 https://www.computerisierung.com/?p=1023#respond Wed, 28 Nov 2018 14:21:40 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=1023 Die Entwicklung des 1-Megabit-Chips in der DDR in den Jahren 1986-88 war ein Prestigeprojekt der DDR sondergleichen. Honecker wollte damit die Leistungsfähigkeit des sozialistischen Staates in der Hochtechnologie unter Beweis stellen. Eine Feature-Serie des Deutschlandfunk Kultur verknüpft dessen Entwicklung mit der Zeitgeschichte der Spätphase der DDR. In 6 Folgen beleuchtet Dörte Fiedler mit szenischen O-Tönen und einer fesselnden Story das oft vergessene Jahr 1988 und die Hintergründe der Entwicklung der Mikroelektronik-Entwicklung in der DDR.

Oder in den Worten der Ankündigung des Deutschlandfunks Kultur: „Von Halbleitern und Heimat: Die sechsteilige Serie erzählt vor dem Hintergrund der Geschichte der ostdeutschen Mikroelektronik-Industrie ein Stück deutsch-deutscher Vergangenheit. Im Zusammenspiel vieler kleiner Geschichten und Beobachtungen ergibt sich ein Panorama der DDR kurz vor und nach der Wende.“
Das Titelbild des Features unterstreicht dabei die staatstragende Dimension der Digitalisierung in der DDR. Zu sehen ist rechts die Übergabe des 1-Megabit-Chips an Erich Honecker. Links im Bild Arbeiter des Uranbergbaus, die nach der Schließung der Grube für die Arbeit in der Mikroelektronik-Industrie vorgesehen waren.
Text: Martin Schmitt
Bild: „Uranbergbaubetrieb Willi Agatz, Dresden / Übergabe des 1 Megabit Chips an DDR-Staatschef Erich Honecker 1988 (Fuciker (Jürgen Obiegli) / Bundesarchiv Koblenz/Franke / Collage: Bens)“
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Werden wir durch den Computer ersetzt? https://www.computerisierung.com/?p=390 https://www.computerisierung.com/?p=390#respond Fri, 21 Aug 2015 14:44:20 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=390 Die Frage, ob der Mensch durch den Computer ersetzt wird stellte sich den Zeitgenossen schon sehr früh. Vor allem in den Medien wurde diese Frage verhandelt, obwohl der Normalbürger noch lange nicht mit dem „Elektronengehirn“ selbst in Kontakt gekommen war. Hier wurden Erwartungen geweckt und Ängste geschürt, die später die Durchsetzung der Technologie begleiten sollten.
Ein schönes Beispiel für die mediale Auseinandersetzung mit der frühen Computertechnologie ist der Hollywood-Film „Desk Set“ aus dem Jahr 1957, in der sogar Katherine Hepburn mitspiele.

In einer Filmproduktionsfirma wird ein Computer angeschafft und die Angestellten fragen sich nun, ob er sie ersetzen wird. Im deutschen lief der Film unter dem Titel „Eine Frau, die alles weiß“, was über die Hauptfigur einer Bibliothekarin eine direkte Anspielung auf die Universalität des Computers, aber ebenso seine weibliche Hintergrundgeschichte ist. Als Computer wurden vor dem Aufstieg der Digitaltechnologie diejenigen bezeichnet, die als Arbeit massenhaft einfache Berechnungen ausführten – zumeist Frauen. Die Aussage des Films ist es letztlich ganz im Sinne der IBM, die diesen Film finanziell förderte, dass der Computer den Menschen nicht ersetze, sondern lediglich unterstütze. Der Medienwissenschaftler Marcus Burkhardt macht daran einen Profilwandel der Arbeit fest, vom Faktenwissen hin zum Prozesswissen des Menschen. (Burkhardt 2015, S. 164-165)
Weitere Informationen zum Film auf der Seite der IMDB: Desk Set sowie zur Handlung auf der Wikipediaseite zum Film.

Quellen:
Burkhardt, Marcus (2015): Digitale Datenbanken: eine Medientheorie im Zeitalter von Big Data (=Digital society), Bielefeld.

Text: Martin Schmitt
Bild: Scene from the film ‚Desk Set,‘ Twentieth Century Fox, 1957. Spencer Tracy, left, Katharine Hepburn, right, and Neva Patterson. CREDIT: Movie Still Archives
Published in NYT 12/28/98
Published Caption: Katharine Hepburn, right, wrestled with brawny technology in “Desk Set,“ one of Hollywood’s first depictions of computers, but in the future small appliances will probably be connected to a big hub computer.
Published Credit: Photofest

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Wie verändern Technologie-Unternehmen die Bankbranche? https://www.computerisierung.com/?p=251 https://www.computerisierung.com/?p=251#respond Thu, 05 Mar 2015 14:03:28 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=251 Eine historische Perspektive.

Die Bankenwelt ist in Aufruhr. Neue Akteure wie der Finanzdienstleister Paypal oder FinTech-Startups treten auf die Bühne des Bankwesens. Ganz zu schweigen von Technologieschwergewichten wie Apple und Google, die mit ihren Bezahlsystemen Apple Pay und Google Wallet den Markt für bargeldlose Zahlungsvorgänge zu erobern versuchen, denn Sie sind mit den Smartphones näher, mobiler und jederzeit am Kunden als so manche Bank. Das Bankwesen ist dabei allerdings ein hochreguliertes Feld, der Markteintritt fällt den meisten Unternehmen schwer. Schwerer als in anderen Branchen, wie dem Buchmarkt, auf dem das Internetunternehmen Google mit seinem Vorpreschen der Buchdigitalisierung Fakten schuf und auch schwerer als es Uber oder AirBnb auf ihren jeweiligen Märkten fiel.

Welche Gründe das hat, wie die Entwicklungen in einer historischen Perspektive der Vorgeschichte unserer Gegenwart einzuordnen sind und welche Auswirkungen das auf den Kunden hat, erklärt unser Mitarbeiter Martin Schmitt heute ab 19 Uhr auf BR2 im Szenemagazin „Zündfunk“.

Der Beitrag ist 7 Tage nachhörbar unter: „Über das Ende der Geldbörse“ http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/ueber-das-ende-der-geldboerse-finnischer-film-my-stuff-im-kino-was-macht-eigentlich-der_x-100.html

Foto: Martin Schmitt.

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