Frauen – .computerisierung https://www.computerisierung.com Thu, 02 Aug 2018 17:43:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 „Geniale Göttin“ – Die Geschichte von Hedy Lamarr https://www.computerisierung.com/?p=967 https://www.computerisierung.com/?p=967#respond Thu, 02 Aug 2018 10:52:45 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=967 Mitte August startet in den deutschen Kinos ein Dokumentarfilm über die Schauspielerin Hedy Lamarr, die in den 1940er-Jahren vor allem wegen ihrer Schönheit bekannt wurde. Doch die gebürtige Österreicherin war außerdem Wissenschaftlerin und trug maßgeblich zu der Erfindung des Frequenzsprungverfahrens bei, welches die Grundlage für die drahtlose Datenübertragung bei WLAN, GPS oder Bluetooth lieferte.

Mit der Entwicklung der Übertragungtechnologie unterstützte sie die US-Marine im Kampf gegen die Nationalsozialisten. Die Idee für die Funksteuerung von Torpedos kam Hedy Lamarr – eigentlich Hedwig Eva Maria Kiesler – als sie mit dem Komponisten George Antheil an dem Werk „Ballet Mécanique“ arbeitete, das sich Selbstspielmechanismen von Pianos bediente. Hiervon inspiriert nutzte sie identische Lochstreifen in Sender und Empfänger, wodurch gleichzeitige Frequenzwechsel bei der Funksteuerung möglich wurden.
Wie viele Frauen in den Wissenschaften und Pionierinnen der Computertechnologie, wurde ihre Leistung erst Jahrzehnte später erkannt und gewürdigt. [1] Die Dokumentation von Alexandra Dean, die am 16. August in den deutschen Kinos startet, ist nicht der erste Dokumentarfilm über Hedy Lamar [2], er legt jedoch erstmals den Schwerpunkt auf die wissenschaftliche Leistung der Schauspielerin.

Patent für Lamarrs Kommunikationssystem (Quelle: Wikimedia Commons)
Patent für Lamarrs Kommunikationssystem (Quelle: Wikimedia Commons)

1. Siehe hierzu zum Beispiel KRÄMER, Sybille (Hrsg.): Ada Lovelace. Die Pionierin der Computertechnik und ihre Nachfolgerinnen, Paderborn 2015; ENSMENGER, Nathan L.: The Computer Boys Take Over: Computers, Programmers, and the Politics of Technical Expertise, Cambridge, Mass. 2012; ABBATE, Janet: Recording Gender: Women’s Changing Participation in Computing, Cambridge, MA 2012.

2. Zum Beispiel „Hedy Lamarr – Geheimnisse eines Hollywood Stars“ (2006); „Calling Hedy Lamarr“ (2003).

 

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/14639118@N03/27409800708 [pulic Domain]

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Workshopbericht „Computersubkulturen“ https://www.computerisierung.com/?p=765 https://www.computerisierung.com/?p=765#respond Thu, 20 Apr 2017 12:09:49 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=765 Am 24. und 25. März kamen internationale Forscher in Zürich zusammen, um die subkulturelle Computernutzung vor dem Internetzeitalter zu historisieren. Die Forschung zur Computergeschichte hatte lange Zeit einen Schwerpunkt auf die Entwicklung der Maschinen gelegt. Die Arbeiten konzentrierten sich zumeist auf die USA, sowie Mittel- und Westeuropa. Bei diesem Workshop zeigte sich, dass diese Zentren aufgebrochen werden und die Forschung zunehmend Nord-, Ost- und Südeuropa behandelt. Mittlerweile finden sich auch zahlreiche Arbeiten, die sich mit der Anwendung der Computer in Firmen und Institutionen befassen. Der Fokus rückt damit näher an eine Alltagsgeschichte heran, in der die kulturellen und sozialen Einflüsse der neuen Technologie herausgearbeitet werden. Die Computersubkulturen wurden dabei lange marginalisiert, wie Spieler oder Cracker, während bei Hackern immer noch Mythen dominieren.

Vor diesen Mythen mahnte Jürgen Danyel vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in der Keynote. Man dürfe der eigenen Geschichtsschreibung dieser Szenen und Bewegungen nicht aufsitzen und müsse stets den historischen Kontext einzubeziehen. Lange Zeit waren es Angehörige dieser Gruppen selbst, die die Geschichte von Crackern, Hackern und der Demoszene erfassten. Und auch wenn unter den jungen Forschern dieses Feldes selbst Akteure und Zeitzeugen der 70er, 80er und 90er Jahre vertreten sind, so hat sich die Forschung zu den Computerszenen doch zu einem wissenschaftlichen Feld entwickelt.

Mathias Röhr von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte aus Hamburg zum Beispiel behandelte unter anderem die Frage, warum die Mailbox-Nutzung in der Bundesrepublik und in den USA unterschiedlich verlief. Das Monopol der Deutschen Bundespost war dabei nicht alleine entscheidend, denn auch die US-amerikanischen Firma AT&T hatte eine Art Monopol inne. Auch die Stellung der Post innerhalb der Ministerien hatte einen wichtigen Einfluss, denn sie wurde nicht aus Steuergeldern finanziert. Die Post musste sich selbst finanzieren, also durch Einnahmen aus eigenen Produkten und Angeboten, und hiermit dem Auftrag nachkommen, die Telefonversorgung der Bundesrepublik auszubauen. Dies führte zu hohen Preisen bei den Modems, die man benötigte, um mit dem Computer online zu gehen, während man in den USA das Modem frei wählen konnte und somit günstigere Modelle nutzen konnte. Dies führte zu zahlreichen Spannungen mit der Mailbox-Szene, aber auch Kritik aus der Wirtschaft, die diese Beschränkungen stets anprangerten.
In zahlreichen Vorträgen konnte man nachvollziehen, wie vor allem die subkulturelle Nutzung von Computern deren Einzug in den Alltag begünstigte. Oder gar ermöglichte. Theodore Lekkas untersuchte dies am Beispiel Griechenlands, wo in den 1980ern durch Computer-Enthusiasten ein eigenes Computermodell entwickelt wurde. So wurde national ein eigener Markt erschlossen, der von Industrie-Riesen wie IBM nicht bedient wurde. Ulf Sandqvist stellte dar, wie schwedische Demoszener in die Wirtschaft eintraten und sich in die wachsende Branche der Spiele-Industrie einbrachten und dann wiederum scheiterten. Nicht nur in dem hier untersuchten Fall wurde die Frage nach den „fehlenden Frauen“ in den Computerszenen und –industrien verhandelt. Richtige Antworten lieferte der Workshop auf die Frage jedoch kaum. Nur die Abwesenheit oder Unterrepräsentation von Mädchen und Frauen wurde erwähnt und mit der frauenunfreundlichen Atmosphäre bei diesen Subkulturen erklärt. Das hohe Maß an Selbstdarstellung, sowie der hiermit einhergehende Konkurrenzkampf machten die Computernutzung in diesen Szenen für das weibliche Geschlecht unattraktiv. Wie Frauen jedoch den Computer nutzten, ob man Unterschiede zu den männlichen Nutzern ausmachen kann, welche Rolle die Ausbildungsmöglichkeiten, aber auch die Vermarktung der Computertechnologie spielten, wurde jedoch nur angedeutet. Ein Bereich, dem die Forschung deutlich mehr Raum geben sollte.

Angeregt wurde auch verstärkt vergleichende Perspektiven einzubeziehen. Und dies nicht nur auf einer zeitlichen Ebene, indem beispielsweise von der Zeitgeschichte weggehend auch Entwicklungen des 19. Jahrhundert berücksichtigt werden, sondern auch auf einer räumlichen. Gleb Alberts Präsentation etwa bezog eine globale Komponente bei seiner Untersuchung zu der Ökonomie der Cracker mit ein und warf auch Blicke auf die Türkei oder Brasilien, die erst nach den Cracker-Zentren in Nord- und Mitteleuropa in die Software Piraterie einstiegen.
Zweifelsohne befindet sich die Forschung zur Computergeschichte in Bewegung: von einer Geschichte des Objekts hin zu einer Alltagsgeschichte der Computernutzung. Die Forschungsarbeiten werden zahlreicher und die Archivierung von Materialien schreitet voran – dies haben unter anderem Markku Reunnanen und Canan Hastik in ihren Vorträgen gezeigt. Die wertvollen Erkenntnisse, sowie die spannenden Fallstudien sollen alsbald publiziert werden. Gemeinsam mit den Vorhaben einen Anschluss-Workshop zu gestalten und online über die Forschung zu informieren, soll dieser Workshop als Auftakt einer internationalen Forschung zu den historischen Subkulturen der Computernutzung dienen.

Hier geht es zum Interview mit dem Mitveranstalter Dr. Gleb Albert von der Universität Zürich und hier zu einem Workshopbericht auf Englisch von Ksenia Tatarchenko.

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CfP „Technik“ – Themenheft der Zeitschrift „Body Politics. Zeitschrift für Körpergeschichte“ https://www.computerisierung.com/?p=718 https://www.computerisierung.com/?p=718#respond Sat, 10 Dec 2016 10:25:11 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=718 Die Zeitschrift „Body Politics“ plant für 2018 ein Sonderheft zu Technik und deren Verhältnis zu Körperlichkeit zu untersuchen. Explizit angesprochen wird dabei die Digitalgeschichte in Hinblick auf die Computerisierung der Arbeitswelt. Hier fordern die Autoren zu Recht, ein Verlustnarrativ zu überwinden und neue Perspektiven zu erforschen. Abstracts können bis zum 15. Februar bei der Redaktion eingereicht werden.

Der vollständige Call for Papers:

Call for Papers für ein Themenheft „Technik“ der Zeitschrift „Body Politics. Zeitschrift für Körpergeschichte“
Deadline für Abstracts: 15. Februar 2017

Themen der Körpergeschichte und Technikgeschichte überschneiden sich an einigen zentralen Stellen. Ausgangsüberlegung des geplanten Heftes der Zeitschrift Body Politics zum Thema „Technik“ ist ein grundsätzlich hybrider – also technisierter – Körper der Moderne. Auf dieser Basis gilt es, den Körper und seine jeweilige Gestaltung zu analysieren.

Seit Anson Rabinbachs Pionierstudie zur Wirkungsmächtigkeit der Metapher vom Human Motor (1990) haben sich in der historischen Forschung zum Verhältnis von Körper und Technik vor allem Ansätze etabliert, die historisch-spezifische Formen des Körperverständnisses und der Körperrepräsentation untersuchten. Dabei stellten grundlegende Studien bisher in erster Linie ideengeschichtliche Fragen nach etwaigen Wendepunkten im Mensch-Maschinen-Verhältnis, z.B. ab wann von „cyborgs“ oder „artifiziellen Körpern“ die Rede sein könne. Demgegenüber bleibt in vielen Forschungsarbeiten sowohl der Körper- als auch der Technikgeschichte vergleichsweise unberücksichtigt, wie sich technisierte Körper-Praktiken in ihren komplexen (und geschlechtsspezifischen) Verstrickungen mit dem individuellen technisierten Umfeld konkret gestalteten.

Das geplante Themenheft setzt hier an und möchte den als Schnittstelle zwischen dem Technologischen und dem Humanen gedachten Körper in seinen alltäglichen Praktiken in den Blick nehmen. Es ist unser Anliegen, die bisherigen Forschungsansätze der Körper- und Technikgeschichte aufzugreifen und methodisch wie auch empirisch zu erweitern: Insbesondere der alltagsgeschichtliche und nutzerorientierte Zugriff auf das Thema eröffnet vielversprechende Möglichkeiten, Körper-Technik-Interaktionen auf der Mikroebene zu durchdringen. Neue Impulse wären beispielsweise im Forschungsfeld der Computerisierung der Arbeitswelt zu erwarten, wenn die Rolle von individuellem verkörpertem Erfahrungswissen in voranschreitenden Technisierungsprozessen thematisiert werden würde. Bisher dominiert hier ein reines Verlustnarrativ, das es zu hinterfragen gilt.

Beiträge können Themen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert behandeln und verschiedenen analytischen Herangehensweisen folgen, die entweder technikgeschichtliche Perspektiven in die Körpergeschichte einbringen oder körpergeschichtliche Perspektiven für die Technikgeschichte stärken. Uns interessieren dabei gleichermaßen die Bereiche von Arbeit, Haushalt und Freizeit. Untersuchungsachsen können beispielsweise körpergebundenes Erfahrungswissen, die Prägung körperlicher Erfahrung durch Technik oder die Eigendynamiken und Widerstandsfähigkeiten von Körper und Technik sein. Beispiele für mögliche Themenbereiche wären u.a.:

– Im Feld der Reproduktionstechnologien (Kontrazeptiva, künstliche Befruchtung) ließe sich untersuchen, wie über alltägliche Körper-Praktiken neue kulturelle Vorstellungen von Körperlichkeit entstehen, die eine Akzeptanz von Technisierungsprozessen befördern; oder wie Unterschiede in der Aneignung von Technik (in ihren geschlechtsspezifischen Bezügen) auf die Normierung und Standardisierung bestimmter Verfahren und Apparaturen zurückwirkten. Wesentliche Veränderungen im menschlichen Selbstverständnis einer natürlichen Körperlichkeit lassen sich jenseits historischer Diskurse gerade auf praxeologischer Ebene rekonstruieren.

– Die Visual History (oder auch Sound Studies) bieten methodische Zugangsweisen, den Körper als Instrument der alltäglichen Selbstinszenierung zu analysieren. Auf diese Weise ließe sich Anschluss zur Geschichte der Subjektivierung herstellen.

– In Anlehnung an systemische Zugänge der Techniksoziologie und -geschichte wären im Sinne eines nutzerzentrierten Ansatzes technische Systeme in den Blick zu nehmen, die sich in der Moderne in zunehmend komplexeren Netzstrukturen um den Körper strickten. So thematisierte Bernward Joerges den Aufbau eines überregionalen technischen Systems der Transplantationsmedizin, das mit seinem weitreichenden Netzwerk der Transport- und Kommunikationstechnik wie auch der Datenverarbeitung mit Körper-Praktiken und Körperwahrnehmungen interagiert – und Körperlichkeit letztlich auch verändert.

– Die Technisierung der Dienstleistungstätigkeit seit dem 20. Jahrhundert bietet zahlreiche körpergeschichtliche Anschlussmöglichkeiten. Auch in der Populärkultur fand dieses Phänomen seinen Ausdruck: Das Äquivalent zur Körper-Technik-Interaktion von Charles Chaplins Fließbandarbeiter (Moderne Zeiten, 1936) war Jerry Lewis’ ebenso bekannter Maschinenschreiber (Die Ladenhüter, 1963).

– Überwachungs- und Disziplinartechnologien weisen beispielweise in Form der elektronischen Fußfessel einen direkten Kontakt zum Körper auf. Aber auch ältere Formen von Überwachungstechnologien – seien es panoptische architektonische Modelle oder festinstallierte Videokameras – sind für körpergeschichtliche Fragestellungen relevant. Zu untersuchen wären die jeweiligen historischen Erscheinungsformen von technisierten Körpern der Moderne und die mit ihnen verbundenen Machtpraktiken, wie Disziplinierung, Subjektivierung und (Selbst-)Optimierung.

– Jenseits des menschlichen Körpers bietet sich die Technisierung des Tierkörpers als Untersuchungsgegenstand an: von gechipten Haustieren bis hin zu hochgezüchteten Nutztieren der Landwirtschaft (z.B. Turbokühe). Die technische Modifizierbarkeit tierischer Körper wirkt dabei auch auf Vorstellungen von menschlicher Körperlichkeit zurück.

Zur Zeitschrift Body Politics – Zeitschrift für Körpergeschichte:

Die Körpergeschichte hat in den vergangenen zwanzig Jahren enorm an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit gewonnen und eine bemerkenswerte Ausweitung erfahren. Die Zeitschrift Body Politics versucht diese Entwicklung in ihrer Facettenvielfalt abzubilden und weiter voranzutreiben (http://bodypolitics.de/ <http://bodypolitics.de/>). Als Online-Journal veröffentlicht sie Artikel in deutscher und englischer Sprache, die ein beidseitig anonymisiertes Peer Review durchlaufen haben. Alle Beiträge erscheinen kostenfrei im Open Access.

Organisation:

Die Herausgeber des Themenheftes PD Dr. Karsten Uhl (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) und Dr. des. Christian Zumbrägel (Bergische Universität Wuppertal) bitten um die Einreichung von Themenvorschlägen für deutsch- oder englischsprachige Beiträge mit kurzen Abstracts im Umfang von max. 400 Wörtern bis zum 15. Februar 2017 an zumbraegel@uni-wuppertal.de <mailto:zumbraegel@uni-wuppertal.de> und uhlk@hsu-hh.de <mailto:uhlk@hsu-hh.de>. Der weitere Zeitplan sieht eine Fertigstellung der Artikel bis zum 1. August 2017 vor. Ggfs. ist ein vorbereitender Workshop im Juli vorgesehen, im Rahmen dessen die angenommenen Beitragenden die zuvor zirkulierten Arbeitspapiere präsentieren und diskutieren. Die Veröffentlichung des Themenhefts ist für Anfang 2018 geplant.

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Zwei aktuelle Rezensionen zur Geschichte der Informationsgesellschaft erschienen https://www.computerisierung.com/?p=541 https://www.computerisierung.com/?p=541#respond Mon, 29 Feb 2016 10:39:28 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=541 Vergangene Woche erschienen zwei neue Rezensionen unserer Projektmitarbeiter zur Geschichte der Informationsgesellschaft. Julia Erdogan las den Sammelband über Ada Lovelace der aufzeigt wann, wo und wie Frauen in der Geschichte der Computer mitgewirkt haben und unsichtbar gemacht wurden. Martin Schmitt ist positiv überrascht von Ronald R. Klines „Cybernetic Moment“, mit er die bisher umfassendste und detaillierteste Darstellung der Geschichte der Kybernetik vorlegt und darin der Frage nachgeht, wie unsere Zeit zum „Informationszeitalter“ wurde.

Cover S. Krämer (Hrsg.): Ada Lovelace

Krämer, Sybille (Hrsg.): Ada Lovelace. Die Pionierin der Computertechnik und ihre Nachfolgerinnen, Paderborn 2015. ISBN: 978-3-7705-5986-2; 221 S., 13 Grafiken, 10 SW-Abb.
von Julia Erdogan, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, <Julia.Erdogan@rub.de>(Rezension redaktionell betreut von Jan-Holger Kirsch)

Sie ist die angeblich erste „Programmiererin“ der Geschichte: Ada Lovelace, eigentlich Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace. Sie wurde 1815 geboren und starb bereits mit 36 Jahren an Krebs. Der Sammelband nimmt Lovelace als Ausgangspunkt einer Untersuchung über Frauen in der Computernutzung, -anwendung und -entwicklung. Hervorgegangen ist der Band aus der Sonderausstellung „Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte“ des Heinz Nixdorf MuseumsForums (September 2015 – Juli 2016), die mit Lovelaces 200. Geburtstag zusammenfällt.[1] Gegliedert ist das Buch in drei Teile: Der erste Teil widmet sich der Protagonistin selbst. Der zweite Teil befasst sich mit Frauen und Computertechnologie im 20. Jahrhundert, und im letzten Teil berichten Frauen von Erfahrungen und aktuellen Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung.  [weiterlesen]

 

 

Cover R. Kline: The Cybernetics Moment

Kline, Ronald R.: The Cybernetics Moment. Or Why We Call Our Age the Information Age, Baltimore 2015. ISBN: 978-1-4214-1671-7; XI, 336 S., 10 Abb.
von Martin Schmitt, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, <schmitt@zzf-pdm.de>(Rezension redaktionell betreut von Jan-Holger Kirsch)

Der große Traum der kybernetischen Theoretiker lag darin, die Grenzen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften einzureißen und eine universelle Inter-Disziplin zu erschaffen. Ihr außergewöhnlicher Erfolg liegt in ihrer anhaltenden, wenn auch indirekten Prägekraft bis heute. Kognitionswissenschaftler, Molekularbiologen und andere Wissenschaftler konzipieren ihre Forschungsgegenstände in Form von Strömen, Rückkoppelungen und Informationsverarbeitung. Die der Kybernetik entlehnte Informationstheorie ist in der Technologie verbaut, die wir jeden Tag verwenden, von Festplatten über Smartphones bis hin zum Internet als der Infrastruktur des so genannten Informationszeitalters. Der US-amerikanische Wissenschafts- und Technikhistoriker Ronald Kline analysiert in seinem Buch die Ursprünge der Kybernetik; er fragt, wie ihre Protagonisten dem Narrativ zu einem so gewaltigen Aufschwung verhalfen, dass wir unsere Epoche heute ganz selbstverständlich als Informationszeitalter bezeichnen. Den Schwerpunkt seiner Erzählung legt er allerdings auf die weniger geraden Stränge eines kybernetischen Diskurses, der nach einer Hochphase in den 1950er-Jahren ausfaserte und verblasste, während seine Prinzipien weiterlebten.  [weiterlesen…]

 

Text: Martin Schmitt, Julia Erdogan

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