{"id":718,"date":"2016-12-10T12:25:11","date_gmt":"2016-12-10T10:25:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.computerisierung.com\/?p=718"},"modified":"2016-12-10T12:33:27","modified_gmt":"2016-12-10T10:33:27","slug":"cfp-technik-themenheft-der-zeitschrift-body-politics-zeitschrift-fuer-koerpergeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.computerisierung.com\/?p=718","title":{"rendered":"CfP &#8222;Technik&#8220; &#8211; Themenheft der Zeitschrift &#8222;Body Politics. \tZeitschrift f\u00fcr K\u00f6rpergeschichte&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Zeitschrift &#8222;Body Politics&#8220; plant f\u00fcr 2018 ein Sonderheft zu Technik und deren Verh\u00e4ltnis zu\u00a0K\u00f6rperlichkeit zu untersuchen.\u00a0Explizit angesprochen wird dabei die\u00a0Digitalgeschichte in Hinblick auf die\u00a0<\/strong><b>Computerisierung der Arbeitswelt. Hier fordern die Autoren zu Recht, ein Verlustnarrativ zu \u00fcberwinden und neue Perspektiven zu erforschen. Abstracts k\u00f6nnen bis zum 15. Februar bei der Redaktion eingereicht werden.<\/b><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Call for Papers:<\/p>\n<blockquote><p>Call for Papers f\u00fcr ein Themenheft \u201eTechnik\u201c der Zeitschrift \u201eBody Politics. Zeitschrift f\u00fcr K\u00f6rpergeschichte\u201c<br \/>\nDeadline f\u00fcr Abstracts: 15. Februar 2017<\/p>\n<p>Themen der K\u00f6rpergeschichte und Technikgeschichte \u00fcberschneiden sich an einigen zentralen Stellen. Ausgangs\u00fcberlegung des geplanten Heftes der Zeitschrift Body Politics zum Thema \u201eTechnik\u201c ist ein grunds\u00e4tzlich hybrider \u2013 also technisierter \u2013 K\u00f6rper der Moderne. Auf dieser Basis gilt es, den K\u00f6rper und seine jeweilige Gestaltung zu analysieren.<\/p>\n<p>Seit Anson Rabinbachs Pionierstudie zur Wirkungsm\u00e4chtigkeit der Metapher vom Human Motor (1990) haben sich in der historischen Forschung zum Verh\u00e4ltnis von K\u00f6rper und Technik vor allem Ans\u00e4tze etabliert, die historisch-spezifische Formen des K\u00f6rperverst\u00e4ndnisses und der K\u00f6rperrepr\u00e4sentation untersuchten. Dabei stellten grundlegende Studien bisher in erster Linie ideengeschichtliche Fragen nach etwaigen Wendepunkten im Mensch-Maschinen-Verh\u00e4ltnis, z.B. ab wann von \u201ecyborgs\u201c oder \u201eartifiziellen K\u00f6rpern\u201c die Rede sein k\u00f6nne. Demgegen\u00fcber bleibt in vielen Forschungsarbeiten sowohl der K\u00f6rper- als auch der Technikgeschichte vergleichsweise unber\u00fccksichtigt, wie sich technisierte K\u00f6rper-Praktiken in ihren komplexen (und geschlechtsspezifischen) Verstrickungen mit dem individuellen technisierten Umfeld konkret gestalteten.<\/p>\n<p>Das geplante Themenheft setzt hier an und m\u00f6chte den als Schnittstelle zwischen dem Technologischen und dem Humanen gedachten K\u00f6rper in seinen allt\u00e4glichen Praktiken in den Blick nehmen. Es ist unser Anliegen, die bisherigen Forschungsans\u00e4tze der K\u00f6rper- und Technikgeschichte aufzugreifen und methodisch wie auch empirisch zu erweitern: Insbesondere der alltagsgeschichtliche und nutzerorientierte Zugriff auf das Thema er\u00f6ffnet vielversprechende M\u00f6glichkeiten, K\u00f6rper-Technik-Interaktionen auf der Mikroebene zu durchdringen. Neue Impulse w\u00e4ren beispielsweise im Forschungsfeld der Computerisierung der Arbeitswelt zu erwarten, wenn die Rolle von individuellem verk\u00f6rpertem Erfahrungswissen in voranschreitenden Technisierungsprozessen thematisiert werden w\u00fcrde. Bisher dominiert hier ein reines Verlustnarrativ, das es zu hinterfragen gilt.<\/p>\n<p>Beitr\u00e4ge k\u00f6nnen Themen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert behandeln und verschiedenen analytischen Herangehensweisen folgen, die entweder technikgeschichtliche Perspektiven in die K\u00f6rpergeschichte einbringen oder k\u00f6rpergeschichtliche Perspektiven f\u00fcr die Technikgeschichte st\u00e4rken. Uns interessieren dabei gleicherma\u00dfen die Bereiche von Arbeit, Haushalt und Freizeit. Untersuchungsachsen k\u00f6nnen beispielsweise k\u00f6rpergebundenes Erfahrungswissen, die Pr\u00e4gung k\u00f6rperlicher Erfahrung durch Technik oder die Eigendynamiken und Widerstandsf\u00e4higkeiten von K\u00f6rper und Technik sein. Beispiele f\u00fcr m\u00f6gliche Themenbereiche w\u00e4ren u.a.:<\/p>\n<p>&#8211; Im Feld der Reproduktionstechnologien (Kontrazeptiva, k\u00fcnstliche Befruchtung) lie\u00dfe sich untersuchen, wie \u00fcber allt\u00e4gliche K\u00f6rper-Praktiken neue kulturelle Vorstellungen von K\u00f6rperlichkeit entstehen, die eine Akzeptanz von Technisierungsprozessen bef\u00f6rdern; oder wie Unterschiede in der Aneignung von Technik (in ihren geschlechtsspezifischen Bez\u00fcgen) auf die Normierung und Standardisierung bestimmter Verfahren und Apparaturen zur\u00fcckwirkten. Wesentliche Ver\u00e4nderungen im menschlichen Selbstverst\u00e4ndnis einer nat\u00fcrlichen K\u00f6rperlichkeit lassen sich jenseits historischer Diskurse gerade auf praxeologischer Ebene rekonstruieren.<\/p>\n<p>&#8211; Die Visual History (oder auch Sound Studies) bieten methodische Zugangsweisen, den K\u00f6rper als Instrument der allt\u00e4glichen Selbstinszenierung zu analysieren. Auf diese Weise lie\u00dfe sich Anschluss zur Geschichte der Subjektivierung herstellen.<\/p>\n<p>&#8211; In Anlehnung an systemische Zug\u00e4nge der Techniksoziologie und -geschichte w\u00e4ren im Sinne eines nutzerzentrierten Ansatzes technische Systeme in den Blick zu nehmen, die sich in der Moderne in zunehmend komplexeren Netzstrukturen um den K\u00f6rper strickten. So thematisierte Bernward Joerges den Aufbau eines \u00fcberregionalen technischen Systems der Transplantationsmedizin, das mit seinem weitreichenden Netzwerk der Transport- und Kommunikationstechnik wie auch der Datenverarbeitung mit K\u00f6rper-Praktiken und K\u00f6rperwahrnehmungen interagiert \u2013 und K\u00f6rperlichkeit letztlich auch ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>&#8211; Die Technisierung der Dienstleistungst\u00e4tigkeit seit dem 20. Jahrhundert bietet zahlreiche k\u00f6rpergeschichtliche Anschlussm\u00f6glichkeiten. Auch in der Popul\u00e4rkultur fand dieses Ph\u00e4nomen seinen Ausdruck: Das \u00c4quivalent zur K\u00f6rper-Technik-Interaktion von Charles Chaplins Flie\u00dfbandarbeiter (Moderne Zeiten, 1936) war Jerry Lewis\u2019 ebenso bekannter Maschinenschreiber (Die Ladenh\u00fcter, 1963).<\/p>\n<p>&#8211; \u00dcberwachungs- und Disziplinartechnologien weisen beispielweise in Form der elektronischen Fu\u00dffessel einen direkten Kontakt zum K\u00f6rper auf. Aber auch \u00e4ltere Formen von \u00dcberwachungstechnologien \u2013 seien es panoptische architektonische Modelle oder festinstallierte Videokameras \u2013 sind f\u00fcr k\u00f6rpergeschichtliche Fragestellungen relevant. Zu untersuchen w\u00e4ren die jeweiligen historischen Erscheinungsformen von technisierten K\u00f6rpern der Moderne und die mit ihnen verbundenen Machtpraktiken, wie Disziplinierung, Subjektivierung und (Selbst-)Optimierung.<\/p>\n<p>&#8211; Jenseits des menschlichen K\u00f6rpers bietet sich die Technisierung des Tierk\u00f6rpers als Untersuchungsgegenstand an: von gechipten Haustieren bis hin zu hochgez\u00fcchteten Nutztieren der Landwirtschaft (z.B. Turbok\u00fche). Die technische Modifizierbarkeit tierischer K\u00f6rper wirkt dabei auch auf Vorstellungen von menschlicher K\u00f6rperlichkeit zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Zur Zeitschrift Body Politics \u2013 Zeitschrift f\u00fcr K\u00f6rpergeschichte:<\/p>\n<p>Die K\u00f6rpergeschichte hat in den vergangenen zwanzig Jahren enorm an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit gewonnen und eine bemerkenswerte Ausweitung erfahren. Die Zeitschrift Body Politics versucht diese Entwicklung in ihrer Facettenvielfalt abzubilden und weiter voranzutreiben (<a href=\"http:\/\/bodypolitics.de\/\">http:\/\/bodypolitics.de\/<\/a>\u00a0&lt;<a href=\"http:\/\/bodypolitics.de\/\">http:\/\/bodypolitics.de\/<\/a>&gt;). Als Online-Journal ver\u00f6ffentlicht sie Artikel in deutscher und englischer Sprache, die ein beidseitig anonymisiertes Peer Review durchlaufen haben. Alle Beitr\u00e4ge erscheinen kostenfrei im Open Access.<\/p>\n<p>Organisation:<\/p>\n<p>Die Herausgeber des Themenheftes PD Dr. Karsten Uhl (Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t Hamburg) und Dr. des. Christian Zumbr\u00e4gel (Bergische Universit\u00e4t Wuppertal) bitten um die Einreichung von Themenvorschl\u00e4gen f\u00fcr deutsch- oder englischsprachige Beitr\u00e4ge mit kurzen Abstracts im Umfang von max. 400 W\u00f6rtern bis zum 15. Februar 2017 an\u00a0<a href=\"mailto:zumbraegel@uni-wuppertal.de\">zumbraegel@uni-wuppertal.de<\/a>\u00a0&lt;<a href=\"mailto:zumbraegel@uni-wuppertal.de\">mailto:zumbraegel@uni-wuppertal.de<\/a>&gt; und\u00a0<a href=\"mailto:uhlk@hsu-hh.de\">uhlk@hsu-hh.de<\/a>\u00a0&lt;<a href=\"mailto:uhlk@hsu-hh.de\">mailto:uhlk@hsu-hh.de<\/a>&gt;. Der weitere Zeitplan sieht eine Fertigstellung der Artikel bis zum 1. August 2017 vor. Ggfs. ist ein vorbereitender Workshop im Juli vorgesehen, im Rahmen dessen die angenommenen Beitragenden die zuvor zirkulierten Arbeitspapiere pr\u00e4sentieren und diskutieren. Die Ver\u00f6ffentlichung des Themenhefts ist f\u00fcr Anfang 2018 geplant.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeitschrift &#8222;Body Politics&#8220; plant f\u00fcr 2018 ein Sonderheft zu Technik und deren Verh\u00e4ltnis zu\u00a0K\u00f6rperlichkeit zu untersuchen.\u00a0Explizit angesprochen wird dabei die\u00a0Digitalgeschichte in Hinblick auf die\u00a0Computerisierung der Arbeitswelt. Hier fordern die Autoren zu Recht, ein Verlustnarrativ zu \u00fcberwinden und neue Perspektiven zu erforschen. Abstracts k\u00f6nnen bis zum 15. 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