{"id":112,"date":"2014-10-07T13:03:03","date_gmt":"2014-10-07T11:03:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.computerisierung.com\/?p=112"},"modified":"2014-10-07T15:43:53","modified_gmt":"2014-10-07T13:43:53","slug":"vintage-computing-festival-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.computerisierung.com\/?p=112","title":{"rendered":"Vintage Computing Festival Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Lochkarten lochen, Computerspiele spielen und Assemblercode coden. Beim\u00a0Vintage Computing Festival VCFB, das vom 3. &#8211; 5. Oktober im Berliner Pergamon-Palais stattfand, konnte man\u00a0am Wochenende in die Zeit eintauchen, als Computer noch verstanden und nicht nur bedient werden wollten. Die Veranstalter, der Verein afra und der Lehrstuhl f\u00fcr Medientheorie der HU Berlin, hatte ein umfangreiches Programm zusammengestellt, dass von Vortr\u00e4gen \u00fcber Bastel- und L\u00f6tecke bis hin zu einer F\u00fchrung durch die Medientechnische Sammlung der HU reichte. Sie boten den interessierten Besuchern, vom Studenten, Zeitzeugen \u00fcber jungen Familien bis hin zu dem Computerexperten, einen \u00dcberblick \u00fcber die zahlreichen Verwendungsweisen alter Rechenanlagen, Computer und Modems.<\/p>\n<div id=\"attachment_128\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/2014-10-04-16.08.08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-128\" class=\"size-medium wp-image-128\" src=\"http:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/2014-10-04-16.08.08-225x300.jpg\" alt=\"Ein Handlocher der Firma LAMPERTZ, der &quot;PDA der 1950er-Jahre&quot;\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/2014-10-04-16.08.08-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/2014-10-04-16.08.08-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-128\" class=\"wp-caption-text\">Ein Handlocher der Firma LAMPERTZ, der &#8222;PDA der 1950er-Jahre.&#8220; Foto: Martin Schmitt<\/p><\/div>\n<p>\u201eDie Zeit der Lochkarten war eine Zeit der Datensparsamkeit\u201c, so Hans Franke, Initiator des des Vintage Computing Festivals. Urspr\u00fcnglich Energiananlagenelektroniker, sattelte er fr\u00fch auf das Programmieren um. In diesem Jahr f\u00fchrte er einen LAMPERTZ Handlocher vor, den \u201ePDA der 1950er-Jahre\u201c, so Franke, auf der ein Manager die Lochungen seiner Mitarbeiter kontrollieren und korrigieren konnte. Auf dem VCF konnten die Besucher mit ihm auf eigene Lochkarten lochen, was ihnen gerade einfiel. Die meisten gingen freudestrahlend mit einer Lochkarte nach Hause, auf der ihr Name codiert war. Die Daten eines M\u00fcnchner B\u00fcrgers, erkl\u00e4rte Franke beispielsweise, mussten auf ein bis zwei Lochkarten passen, sodass nur die notwendigsten Daten erhoben wurden. F\u00fcr mehr war schlicht kein Platz.<\/p>\n<p>Datensparsamkeit\u00a0gilt\u00a0zwar heute noch immer als gute Programmierkunst. In Zeiten von Big Data und dem immer st\u00e4rkeren Wunsch ubiquit\u00e4rer Speicherbarkeit wird dies allerdings nur zu oft ignoriert. Welche T\u00fccken die Technik bot, konnten Menschen berichten, deren neuer Doppelname nach der Hochzeit schlicht zu lang f\u00fcr die Verwaltung mit dem Computer war. Es ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die Vorgaben, die einerseits aus den Limitationen der Technologie, aber andererseits auch aus der menschlichen Interpretation dieser Begrenzungen heraus resultieren. Auf gr\u00f6\u00dferer Ebene gaben diese Einschr\u00e4nkungen beispielsweise vor, was von einem Verd\u00e4chtigen in den 1970er-Jahren gespeichert wurde, welche Daten f\u00fcr die Ermittlung der Rente erfasst oder welche Vorg\u00e4nge\u00a0der Kunde wie an einem Geldautomaten ausf\u00fchren konnte.<\/p>\n<div id=\"attachment_121\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141004_142553.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-121\" class=\"wp-image-121 size-medium\" src=\"http:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141004_142553-300x168.jpg\" alt=\"Die Projektmitarbeiter Julia Erdogan und Thomas Kasper sitzen an einem Revival des BTX-Systems, eines fr\u00fchen Informationsnetzwerkes der Deutschen Post.\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141004_142553-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.computerisierung.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141004_142553-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-121\" class=\"wp-caption-text\">Die Projektmitarbeiter Julia Erdogan und Thomas Kasper sitzen an einem Revival des BTX-Systems, eines fr\u00fchen Informationsnetzwerkes der Deutschen Post. Foto: Frank B\u00f6sch<\/p><\/div>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gab es zahlreiche alte Technik in Aktion zu erleben. Dies reichte von einer PDP11 aus dem Jahr 1970, die wir selbst programmieren durften und zum Abspielen einer Leuchtreihenfolge brachten. Vorgestellt wurde \u00a0sie von Thomas H\u00f6ffken und J\u00f6rg Hoppe, Mitglieder des Computer Cabinet G\u00f6ttingen. Die PDP11 war eine der leistungsst\u00e4rksten und flexibelsten Rechner seiner Zeit. Besonders unter Wissenschaftler war er weit begehrter als die respektiven IBM-Ger\u00e4te. Eingesetzt wurde sie vor allem als Steuerrechner &#8211; auch im Ostblock, wo es zahlreiche Nachbauten gab. Die Recheneinheit der PDP war derartig flexible, dass sie bis weit in die 1990er-Jahre noch in Taschenrechnern eingesetzt wurde. Begeisterung bei den Projektmitarbeitern l\u00f6ste auch eine Implementierung des BTX-Systems der Deutschen Post aus den 1980er-Jahren aus, mit der einige der alten Seiten aufgerufen werden konnte. Unter anderem war die BTX-Webseite des Chaos Computer Clubs abrufbar und gab so einen wertvollen Einblick in die Selbstpr\u00e4sentation organisierter Hacker.<\/p>\n<p>Von: <a title=\"DIE DIGITALISIERUNG DER KREDITWIRTSCHAFT.\" href=\"http:\/\/www.computerisierung.com\/?page_id=23\">Martin Schmitt<\/a>\u00a0und <a title=\"HACKER.\" href=\"http:\/\/www.computerisierung.com\/?page_id=42\">Julia Erdogan<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lochkarten lochen, Computerspiele spielen und Assemblercode coden. Beim\u00a0Vintage Computing Festival VCFB, das vom 3. &#8211; 5. Oktober im Berliner Pergamon-Palais stattfand, konnte man\u00a0am Wochenende in die Zeit eintauchen, als Computer noch verstanden und nicht nur bedient werden wollten. 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