Michael Müller eröffnet "The Digital Future"

The making of myth in the Digital Age

Wie historische Mythen entstehen: Der Regierende Bürgermeister Michael Müller ruft Berlin als den Geburtsort des Digitalen Zeitalters aus. Man kann förmlich dabei zusehen, wie auf dem Symposium „The Digital Future“ eine Gründungsgeschichte  geschrieben wird, die Orientierung und Sinn stiften soll. Vor 75 Jahren stellte hier Konrad Zuse seinen Z3 Computer fertig. Aber macht das schon das Digitale Zeitalter aus? 

 

Foto: Martin Schmitt

VCFe in München

An diesem Wochenende findet in München das 17. Vintage Computing Festival Europe statt. Vom 30. April – 1. Mai gibt es dort die Möglichkeit, alte Computerhardware zu entdecken, mit deren Entwicklern ins Gespräch zu kommen und sich über historische Software auszutauschen. Schwerpunkt Thema ist diesmal „Computer als Beruf(ung)“. Unter anderem wird Stefan Höltgen einen Vortrag zur Medialität des Computers halten und Dirk Kahnert zeigen, wie sich ein Betriebssystem auf den alten DDR-Kleinrechner  KC 85 portieren lässt.

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Bild der Ausstellungseröffnung mit überwachendem Auge

Identität im Digitalen Zeitalter – Ausstellungsbesprechung „Nervöse Systeme – Quantifiziertes Leben und die soziale Frage“

„[E]ine Atmosphäre wachsender Reizbarkeit und Ungeduld, die häufige Überreaktion auf geringfügige Herausforderungen und das zunehmende Gefühl des Verlierens der Zeit“[1] – so charakterisiert Joachim Radkau das Zeitalter der Nervosität in seinem Buch über die technische Veränderung der Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine Ausstellung in Berlin fragt nun, ob wir in Zeiten von Big Data, informationstechnologischer Abhängigkeit und wohlwollender Vollüberwachung unseres Lebens wieder am Rande eines Nervenzusammenbruches stehen. Von Martin Schmitt

Zum Artikel bei Zeitgeschichte-Online.

 

CFP: Fundaments of digitalisation – Siegen 11/16

Am kürzlich bewilligten SFB „Medien der Kooperation“ in Siegen findet am 10.-11.November eine spannende Tagung zu den Grundlagen der Digitalisierung Deutschlands statt. Ein Schwerpunkt soll auf den Zeitraum der 1970er-1990er-Jahre liegen und die Tagung grundlegende Fragen zum Ablauf und zum Wesen der Digitalisierung stellen. Anmeldeschluss ist der 30. April 2016.

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Zwei aktuelle Rezensionen zur Geschichte der Informationsgesellschaft erschienen

Vergangene Woche erschienen zwei neue Rezensionen unserer Projektmitarbeiter zur Geschichte der Informationsgesellschaft. Julia Erdogan las den Sammelband über Ada Lovelace der aufzeigt wann, wo und wie Frauen in der Geschichte der Computer mitgewirkt haben und unsichtbar gemacht wurden. Martin Schmitt ist positiv überrascht von Ronald R. Klines „Cybernetic Moment“, mit er die bisher umfassendste und detaillierteste Darstellung der Geschichte der Kybernetik vorlegt und darin der Frage nachgeht, wie unsere Zeit zum „Informationszeitalter“ wurde.

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War Games Filmposter

Wie „War Games“ zum ersten Cybersicherheitsgesetzt führte

“The only computer that’s completely secure is a computer that no one can use.” (Willis Ware, ehm. Leiter des Rechenzentrums der RAND Corporation)

Als der Film „War Games“ 1983 in die Kinos kam, drückte er die Sorge vieler Bürger vor einem Krieg aus, der nur noch von Computern geführt wird. Aber nicht nur die Bürger, auch an den höchsten Stellen sorgten man sich angesichts der unbekannten Gefahr. Kurz nachdem er den Film gesehen hatte, initiierte der damalige US-Präsident Ronald Reagan, selber einst Schauspieler, das erste Cybersicherheitsgesetz für die Vereinigten Staaten. In der New York Times ist diese Woche nun ein Artikel zur Wirkung des Films von Pulitzerpreisträger Fred Kaplan erschienen, der im März eine Monographie zur Geschichte des Cyberkrieges veröffentlichen wird.

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COHTEC – Maurice Daumas Prize 2015

Das International Committee for the History of Technology schreibt wieder seine Auszeichnung für den besten Artikel zur Technikgeschichte aus. Bis zum 15. Dezember 2015 können sich Wissenschaftler mit einem 2014 oder 2015 in einem Journal veröffentlichten Artikel in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch oder Spanisch bewerben. Die Deadline ist der 15. Dezember, Preisgeld sind 500 Euro inklusive der Reisekosten zur ICOHTEC-Tagung 2016 in Porto. (Martin Schmitt)

Weitere Informationen [PDF]

In den letzten Jahren konnten sich bei dem Preis immer wieder computergeschichtliche Artikel durchsetzen. Ob nun 2014 Donna J. Drucker von der Technischen Universität Darmstadt mit ihrem Artikel „Keying Desire: Alfred Kinsey’s Use of Punched Card Machines for Sex Research“, 2013  Nathan Ensmenger von der Indiana University mit seinem Artikel zu AI: ‚Is chess the drosophila of artificial intelligence?‘ oder auch Mara Mills Kybernetikstudie ‚On Disability and Cybernetics: Helen Keller, Norbert Wiener, and the Hearing Glove‘, Digitalgeschichte war auf den Preisverleihungen stets dominant.