Mit offenen Karten: Computerisierung auf ARTE

99% des Internetverkehrs werden heutzutage über Unterseekabel abgewickelt. Diese Kabel haben nicht nur eine lange Vorgeschichte, die bis in die Zeit des Kalten Krieges zurückreicht. Sie haben mit der Zeit auch eine strategische Bedeutung gewonnen. Auf ARTE lief in der Sendung „Mit offenen Karten“ am 14. April 2018 eine sehenswerte Doku über die Infrastruktur des Internet. Die Autoren empfehlen am Ende das Buch unseres Projektmitarbeiters Martin Schmitt, „Internet im Kalten Krieg“. In seinem Buch verweist er auf die in der Dokumentation dargestellten langen Linien bis in die Gegenwart. Wir freuen uns sehr über die freundliche Empfehlung. Auch Nicole Starosielskis Buch „The Undersea Network“ hätte die Empfehlung verdient, eine weitere Leseempfehlung für am Thema Interessierte. Die Sendung ist noch bis zum 14. Juni in der ARTE Mediathek abrufbar.

Zwei aktuelle Rezensionen zur Geschichte der Informationsgesellschaft erschienen

Vergangene Woche erschienen zwei neue Rezensionen unserer Projektmitarbeiter zur Geschichte der Informationsgesellschaft. Julia Erdogan las den Sammelband über Ada Lovelace der aufzeigt wann, wo und wie Frauen in der Geschichte der Computer mitgewirkt haben und unsichtbar gemacht wurden. Martin Schmitt ist positiv überrascht von Ronald R. Klines „Cybernetic Moment“, mit er die bisher umfassendste und detaillierteste Darstellung der Geschichte der Kybernetik vorlegt und darin der Frage nachgeht, wie unsere Zeit zum „Informationszeitalter“ wurde.

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Die Verdatung der Welt

Forschung macht man nicht alleine. Vor allem nicht in einem so umfassenden Feld wie dem der Geschichte der Computerisierung. Das ist auch gut so, denn unser Projekt mit fünf Mann/Frau könnte die Fülle der Themen überhaupt nicht bearbeiten. Darum freuen wir uns immer wieder zu merken, wie viele spannende Projekte im Moment im Umfeld der Zeitgeschichte der Informationsgesellschaft entstehen. Und auch auf großen medialen Konferenzen wie der re:publica 2015 spielt die Geschichte der Computerisierung eine zentrale Rolle, enorm häufig wurde dort in den Beiträgen computerhistorisch argumentiert oder war die Geschichte des Digitalen Zeitalters selbst Gegenstand.

 

Aus diesem Grund soll in unserem Projektblog unter der Kategorie „Literaturhinweis“ auch immer wieder auf spannende Projekte und Publikationen verwiesen werden, die an anderen Instituten und Universitäten entstehen. Ein Anfang macht die Dissertation von Julia Fleischhack, „Eine Welt im Datenrausch: Computeranlagen und Datenmengen als gesellschaftliche Herausforderung in der Bundesrepublik Deutschland, 1965-1975“, die 2012 an der Universität Zürich abgeschlossen wurde und die Ende Juni 2015 erscheinen soll. Hier ein Auszug aus der Projektbeschreibung. In ihrer Dissertation verfolgte Frau Fleischhack

„… in erster Linie die Frage, wie der gesellschaftliche Umgang mit Daten zu einem zentralen Konfliktfeld des späten 20. Jahrhunderts wurde. Im Fokus stand mit den 1960er und 1970er Jahren die Frühphase der ›Computerisierung‹ in der Bundesrepublik Deutschland: Untersucht wurden u.a. neben der Entstehung(sgeschichte) der ersten Rechenzentren und den großangelegten Vernetzungsplänen und -visionen zum Datenaustausch in der öffentlichen Verwaltung auch die Ausweitung des Datenhandels und speziell der Datenerfassung von Personen im kommerziellen Bereich.“ (UZH, zuletzt abgerufen am 10.05.2015)

Autor: Martin Schmitt

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