COHTEC – Maurice Daumas Prize 2015

Das International Committee for the History of Technology schreibt wieder seine Auszeichnung für den besten Artikel zur Technikgeschichte aus. Bis zum 15. Dezember 2015 können sich Wissenschaftler mit einem 2014 oder 2015 in einem Journal veröffentlichten Artikel in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch oder Spanisch bewerben. Die Deadline ist der 15. Dezember, Preisgeld sind 500 Euro inklusive der Reisekosten zur ICOHTEC-Tagung 2016 in Porto. (Martin Schmitt)

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In den letzten Jahren konnten sich bei dem Preis immer wieder computergeschichtliche Artikel durchsetzen. Ob nun 2014 Donna J. Drucker von der Technischen Universität Darmstadt mit ihrem Artikel „Keying Desire: Alfred Kinsey’s Use of Punched Card Machines for Sex Research“, 2013  Nathan Ensmenger von der Indiana University mit seinem Artikel zu AI: ‚Is chess the drosophila of artificial intelligence?‘ oder auch Mara Mills Kybernetikstudie ‚On Disability and Cybernetics: Helen Keller, Norbert Wiener, and the Hearing Glove‘, Digitalgeschichte war auf den Preisverleihungen stets dominant.

Themenmonat: Die Digitale Stadt

Welche Auswirkungen hatte die Computerisierung auf die Stadt? Wie veränderten sich urbane Räume durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie? Diesen Fragen werden wir in unserem Themenmonat September „Die Digitale Stadt“ aus den unterschiedlichen Perspektiven nachgehen.

Den Anfang macht ein Beitrag von Julia Erdogan über die Potenziale und Probleme sogenannter „Smart Cities“. Welche Hoffnungen verbanden sich mit der digitalen Steuerung von Verkehrsflüssen, Menschen und Bewegungen? In losen Abständen folgen dann Beiträge über die ARS ELECTRONICA, die sich dieses Jahr dem Thema „Post City. Lebensräume für das 21. Jahrhundert widmete, einem Beitrag über den Stadtsoziologen und Computerisierung-Vordenker Manuel Castells und kleineren Beiträgen über Urbanität und Computerisierung.

 

Beitrag: Martin Schmitt

Bild: Charis TsevisCC BY-NC-ND 2.0

Smart Cities als „Städte der Zukunft“

Energieversorgung, Verkehr, Wohnraum und natürlich auch gesundheitlich Fragen sind immer schon Themen der Städteentwicklung gewesen. Problemlösungen werden mittlerweile ganz selbstverständlich mit Computertechnologie gesucht und gefunden. Smart Cities sind das Ziel – eine effektive Nutzung der städtischen Räume und Ressourcen. Die Vielschichtigkeit der computergesteuerten Städte zeigt der zweite Teil einer Dokumentationsreihe bei ARTE zum Thema „Städten der Zukunft“ auf. Die „smarten“ Städte der Zukunft liegen dabei nicht nur in einer kommenden Zeit, sondern wirken heute schon in vielen Bereichen des urbanen Lebens. Wie sehr lässt sich eine Stadt überhaupt steuern? Wie viel Steuerung darf vorgenommen werden, um die Bewohner nicht zu stark zu lenken und Städte nicht in automatisierte Lebenswelten zu verwandeln?

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Wenn das Chaos seine Zelte aufschlägt

Computer und Zeit in der Natur verbringen passen nicht zusammen? Doch, alle vier Jahre schon, wenn der Chaos Computer Club Hacker beim Campen vereint. Zum fünften Mal fand vom 13. – 17. August 2015 das Chaos Communication Camp statt. Diesmal auf dem Gelände der alten Ziegelei in Mildenberg, das jemand am Ortseingangsschild kurzerhand zu „Neuland“ machte. Continue reading

Spencer Tracy, left, Katharine Hepburn, right, and Neva Patterson.

Werden wir durch den Computer ersetzt?

Die Frage, ob der Mensch durch den Computer ersetzt wird stellte sich den Zeitgenossen schon sehr früh. Vor allem in den Medien wurde diese Frage verhandelt, obwohl der Normalbürger noch lange nicht mit dem „Elektronengehirn“ selbst in Kontakt gekommen war. Hier wurden Erwartungen geweckt und Ängste geschürt, die später die Durchsetzung der Technologie begleiten sollten.
Ein schönes Beispiel für die mediale Auseinandersetzung mit der frühen Computertechnologie ist der Hollywood-Film „Desk Set“ aus dem Jahr 1957, in der sogar Katherine Hepburn mitspiele. Continue reading

Der Computer als Gehirn eines Nagetiers

Von Anfang an übte das Gehirn eine große Faszination auf die aufstrebenden Computerwissenschaftler aus. Die meisten von ihnen kamen aus der Mathematik und der Nachrichtentechnik, aber auch Psychologen wie J.C.R. Licklider widmeten sich begeistert der neuen Technologie. Die Kybernetik bot ihnen dabei eine gemeinsame Sprache, innerhalb der das Gehirn wie der Computer Systeme waren, die mit den gleichen Mechanismen der Informationstheorie begriffen werden konnten. Die Kybernetiker erster Generation versuchten, vereinfacht gesagt, das Gehirn mit technischen Mitteln nachzubauen, denn System ist System. Ihnen folgten die Kybernetiker zweiter Generation, die sich hauptsächlich der künstlichen Intelligenz widmeten. Hier war das Ziel nicht mehr, das physische Gehirn nachzubilden, wie der Wissenschaftsjournalist Mitchell Waldrop in seiner Biografie zu Licklider verdeutlicht. Ziel war es, den Geist („mind“) in Software und Logik zu imitieren.

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Bild eines Mazovia 1016

Der Computer als Leitmedium

»Unleugbar hat sich mit der Evolution der Neuen Medien die Frage nach ihrem epistemologischen Ort zugespitzt. Erst mit dem ubiquitären Siegeszug in beinahe allen gesellschaftlichen Bereichen wurde seine Bestimmung, als universelles bzw. inklusives Medium die vormals getrennten Einzelmedien dank der digitalen Codierbarkeit integrieren zu können, tragfähig. Und mit der Verbreitung des ›persönlichen‹ Computers wurde darüber hinaus seine Funktion als neues Leitmedium zum dominanten Thema sowohl der Medienskepsis als auch der Medieneuphorie.«

Tholen, Georg Christoph (2002), Die Zäsur der Medien: Kulturphilosophische Konturen, Frankfurt a.M.: Suhrkamp. S. 19. Continue reading

DIE WILDEN WURZELN DES WORLD WIDE WEB

Das Internet: Geschaffen von Wissenschaftlern und der Gegenkultur, finanziert und beeinflusst durch das Militär, so die These unseres Projektmitarbeiters Martin Schmitt, die er in seiner Magisterarbeit darlegte. Nun widmete sich auch ARTE der Thematik mit einem ganz ähnlichen Ansatz. Am 14. Mai dieses Jahres zeigten sie eine Dokumentation über die Ursprünge des Internet und des World Wide Web zwischen Militär und Gegenkultur. Sie ist 7 Tage nach Ausstrahlung der Wiederholung, also bis zum 5. August, noch über ARTE 7+ online abrufbar, findet sich inzwischen aber auch auf YouTube.

Grafik: ARTE Logo, http://www.arte.tv/de

Martin Schmitt

Die Geschichte des Internet

Welche Narrative gibt es zur Geschichte des Internet? Am Samstagnachmittag interviewte das Deutschlandradio Kultur unseren Projektmitarbeiter Martin Schmitt, M.A. zu dieser Frage, die an der Schlüsselstelle des Aufbruchs in die Informationsgesellschaft liegt. Der kurze Beitrag wird am Mittwoch, dem 17. Juni 2015 zwischen 19:07 Uhr und 19:30 Uhr in der Sendung „Zeitfragen. Kultur und Gesellschaft“ zu hören sein.

Martin Schmitt schrieb am Seminar für Zeitgeschichte der Universität Tübingen seine Abschlussarbeit zur Frühgeschichte des Internet als kybernetischem System bei Prof. Anselm Doering-Manteuffel und Prof. Klaus Gestwa. In seiner Arbeit verband er die militärischen Ursprünge im ARPANET mit den wissenschaftlichen und gegenkulturellen Interesse der an der Entwicklung der Technologie beteiligten Akteure, die bis heute spürbar sind.

UPDATE: Der Beitrag ist seit gestern Abend auf der Webseite des Deutschlandradio Kultur „MILITÄR ODER GEGENKULTUR? Wer die Anfänge des Netzes prägte“ und als Podcast verfügbar.

 

Autor: Martin Schmitt

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