Computer und Zukunft

Kaum eine Technologie der 1960er-Jahre war derartig stark mit der Zukunft verbunden wie der Computer. Er schaffte es selbst zum „Man of the Year“ des Time Magazine im Jahr 1982. Auf zwei Panels zu „Computers and Futures“ auf der Jahrestagung der Society for the History of Technology (SHOT 2017) in Philadelphia spürten Historiker der Verbindung von Computern und der Zukunft in ganz verschiedenen Staaten nach. Mit dabei war unser Projektgruppenmitarbeiter Martin Schmitt. Er präsentierte dort am Beispiel seines Dissertationsthema zur „Digitalisierung der Kreditwirtschaft“ wie Zukunftsvorstellungen in Ost- und Westdeutschen Banken mit der Computertechnologie verknüpft waren. Auf einem Kanadischen Blog erschien darüber nun ein erster Konferenzbericht von Dick van Lente:

Computers and Futures

 

Foto Credit: Roberto Brosan, George Segal, Parts of the image used for scientific Purposes only

.computerisierung

Abschlusstagung: „Wege in die digitale Gesellschaft. Computer und Gesellschaftswandel seit den 1950er Jahren“, 30.-31. März 2017, Potsdam

Welche Verbindung gab es zwischen digitalem und sozialem Wandel in Deutschland zwischen 1950-1990? Diese Frage stand von Beginn an im Mittelpunkt unseres von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Forschungsprojektes. Nach zweieinhalb Jahren Projektlaufzeit ist nun der Moment gekommen, die Ergebnisse unserer Untersuchungen mit der breiten Fachöffentlichkeit zu diskutieren. Hierzu laden wir herzlich vom 30.-31. März 2017 an das ZZF Potsdam. Das vollständige Programm:

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Server und Kabel als unsichtbare Infrastruktur des Digitalen Zeitalters. Die Installation "XXXX.XXX“ von Addie Wagenknecht auf der Transmediale 2017 in Berlin. Foto: Martin Schmitt

30 Jahre Transmediale – immer noch flüchtig? Ein Bericht von dem Berliner Medienkunst-Festival.

Die Transmediale feiert ihr dreißigstes Jubiläum. Was als kleiner Ableger der Berlinale 1988 begann, hat sich inzwischen als Festival für digitale Kultur fest in Europa etabliert. KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und Medienschaffende kamen vom 2. bis 5. Februar 2017 zum dreißigsten Mal im Haus der Kulturen der Welt in Berlin zusammen, diesmal um über die langfristigen Auswirkungen des Medienwandels im Digitalen Zeitalter zu reflektieren. Von Martin Schmitt

Zum Artikel „30 Jahre Transmediale – immer noch flüchtig?“ auf Zeitgeschichte-Online.

Tagungsbericht: Grundlagen der Digitalisierung

Im November 2016 richtete der SFB „Medien der Kooperation“ der Universität Siegen einen kleinen Workshop zu den Grundlagen der Digitalisierung aus. Im Mittelpunkt standen dabei die 1970er- und 1980er-Jahre als „Schwellenjahre der Digitalisierung“ sowie Fragen nach den Ursachen für den Wandel vom analogen ins digitale Zeitalter. Auf dem Geschichtsportal H/Soz/Kult ist nun der Tagungsbericht erschienen, geschrieben von Nicole Schäfer unter Betreuung von Christian Henrich-Franke, Universität Siegen.

Zum Tagungsbericht „Grundlagen der Digitalisierung“ von Nicole Schäfer.

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Frohe Weihnachten!

2016 neigt sich dem Ende zu. An dieser Stelle wollen wir die Gelegenheit nutzen und uns bei all unseren Lesern und Leserinnen zu bedanken, die unsere Blogposts über das letzte Jahr gelesen haben. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 2017 melden wir uns zurück mit Neuigkeiten aus der Digitalgeschichte und aus unserem Projekt.

 

 

 

 

Foto: Schloss Universität Hohenheim
im Winter. © Martin Schmitt

Neu erschienen: Martin Schmitt – The Code of Banking

Oftmals werden wir auf Konferenzen gefragt, ob wir denn schon etwas aus dem Computerisierungs-Projekt veröffentlicht haben, auf dass man sich beziehen könne. Neben dem 2012 erschienen Heft in den Zeithistorischen Forschungen zur Geschichte der Informationsgesellschaft verweisen wir immer auf den programmatischen Artikel von Jürgen Danyel und Annette Schuhmann im Sammelband „Geteilte Geschichte„. Diese Woche kam nun ein weiterer Artikel hinzu, in dem unser Projektmitarbeiter Martin Schmitt den Schwerpunkt seiner Arbeit angeht: Software in Banken. Der Titel des Artikels lautet: „The Code of Banking. Software as the Digitalization of German Savings Banks

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CfP „Technik“ – Themenheft der Zeitschrift „Body Politics. Zeitschrift für Körpergeschichte“

Die Zeitschrift „Body Politics“ plant für 2018 ein Sonderheft zu Technik und deren Verhältnis zu Körperlichkeit zu untersuchen. Explizit angesprochen wird dabei die Digitalgeschichte in Hinblick auf die Computerisierung der Arbeitswelt. Hier fordern die Autoren zu Recht, ein Verlustnarrativ zu überwinden und neue Perspektiven zu erforschen. Abstracts können bis zum 15. Februar bei der Redaktion eingereicht werden.

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Computer im Stall

In den späten 1960er-Jahren entwickelte sich der Computer zum Inbegriff der Modernität. Nachdem die Vorreiter wie die deutschen Banken und Sparkassen oder die Rentenversicherungen schon seit fast einem Jahrzehnt Computertechnologie nutzten, hielt er nun auch in immer breiteren Kreisen Einzug. Von den staatlichen Verwaltungen bis hin zur Landwirtschaft reichte sein Einsatz, wie ein interessanter Quellenfund aus dem Bundesarchiv veranschaulicht. In einer Sendung der UFA-Wochenschau präsentierte ein Sprecher vor schmissiger Musik, was die Landwirtschaft alles für ihre Modernisierung tue. Dabei finden sich Aufnahmen aus dem ersten Rechenzentrum Deutschen Zentrum für Tierzucht, in dem ein Computer die beste Paarung für die Rinderzucht berechnete. Dabei ist auffällig, in welche Linie der Computer hier gestellt wird. Rationalisierung und Industriemoderne waren Zauberworte des Computereinsatzes, dazu kam noch ein bisschen Dezentralisierung – und schon sahen die deutschen Bauern in der öffentlichen Meinung nicht mehr ganz so rückständig aus.

ufa-dabei-6471968

Computerberechnete Paarung in der Tierzucht, 1968

 

 

Text: Martin Schmitt
Quelle: BArch UFA-Dabei 647/1968, Filmarchiv des Bundesarchivs. Technische Daten: 35 mm, s/w. URL: https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/584837. Zuletzt abgerufen: 5.12.2016

Dank: Veronika Settele

CfP: 4th International Conference on History and Philosophy of Computing (HaPoC)

Im Oktober 2017 wird die vierte Konferenz zur „History and Philosophy of Computing“ stattfinden. Konferenzort ist nächstes Jahr die tschechische Stadt Brno. Dort fand 1968 mitten im Prager Frühling die erste kybernetische Ausstellung zur Verbindung von Kunst und Computer innerhalb des Ostblocks statt. Aus diesem Grund widmet sich die Konferenz 2017 jenseits der Fragen nach Computerisierung und Technikgeschichte insbesondere der digitalen Kunst.

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HNF gewinnt Tony Sale Award für ENIAC-Rekonstruktion

Heute wurde das HNF in Person von Kurator Christian Berg und vor allem dem Johannes Studenten Johannes Blobel der Tony Sale Award für die tolle Rekonstruktion der ENIAC-Programmierung verliehen. Der Akkumulator-Nachbau hat die Auszeichnung für seine clevere Vermittlungsleistung früher Computererfahrung gewonnen. Verliehen wurde er vom National Museum of Computing in Bletchley Park. Von Martin Schmitt

Noch vor kurzem konnte sich unsere Arbeitsgruppe selbst ein Bild von dem Nachbau machen. Der Akkumulator des ENIAC mit seinen Kabeln und Buchsen steht dabei inmitten eines offenen Raumes, der den Maßen des ENIAC nachempfunden ist. Allerdings lenken nicht zahllose Details von der Erfahrung ab, wie groß und umfassend die Maschine gewesen sein muss. Das Panel mit dem ausgezeichneten Akkumulator und seinen blinkenden Lampen sticht dabei sofort ins Auge.

Begeistert hat uns dabei vor allem, dass man dort selbst Hand anlegen konnte. Damit gelingt es dem Museum, das Feeling und die Haptik der frühen Computernutzung herüberzubringen. Es ist beachtlich und eine große  Leistung des Museums, gerade die oft schwer greifbare Schnittstelle zwischen Hard- und Software erfahrbar zu machen. Die reduzierte Implementierung auf das Wesentliche und die wertige Gestaltung der Oberflächen überzeugen. In der offizielle Pressemitteilung des NMC betont das Jury-Mitglied Martin Campbell-Kelly:

„The judging panel has been especially pleased at the sheer variety of entries we are receiving for the Tony Sale Award for computer conservation. The ENIAC reconstruction is quite different to our previous winners“

Dem ist nur zuzustimmen, wurde diesmal doch kein originalgetreuer Nachbau einer Maschine ausgezeichnet, sondern ein Modell, dass die Logik des frühen Computings herüber bringt. Erst dadurch lassen sich im Sinne unseres Forschungsprojektes auch die gesellschaftlich-sozialen Auswirkungen erahnen, welche das Digitale Zeitalter mit sich brachte.

Zum Abschluss ein Video mit einer Kurzpräsentation des Akkumulators, vorgestellt von Johannes Blobel, der einen Großteil der Arbeit im Rahmen eines Studiumsprojektes realisierte:

Text: Martin Schmitt